Uitzicht op de Kemmelberg.

Ausblick auf den Kemmelberg. Während der Eisenzeit, aber auch während des Ersten Weltkriegs sowie dem Kalten Krieg war dieser Hügel von großer strategischer Bedeutung. | Heuvelland, Tourismus Heuvelland, Thierry Caignie

 

Migration
Die Vorlesefunktion ist für die Kombination aus Ihrer Sprache und dem Browser, mit dem Sie die Website besuchen, nicht verfügbar.
Wenn dies nicht optimal ist, geben Sie bitte in Ihrem Browser an, in welcher Sprache Sie die Website aufrufen möchten.
Um 800 - 500 v. Chr.
Bitte vorlesen

Kelten auf dem Kemmelberg

Keltische Zentralisierung der Macht

Von einer Festungsanlage auf dem Kemmelberg aus beherrschte keltischer Adel vor rund 2500 Jahren im wahrsten Sinne des Wortes die umliegende Region. Als höchster Punkt in der Gegend bot der Hügel im heutigen Westflandern einen guten Überblick und wurde zur idealen Aktionsbasis zum Ausbau eines ausgedehnten Handelsnetzes.

Bitte vorlesen

Ein umfangreiches Verteidigungssystem mit Wassergräben, Erdwällen und Holzpalisaden machte aus dem Ort ein imposantes Hügelfort. Dank der steilen Flanken waren die Holzhäuser auf der Spitze leicht zu verteidigen. Von dem Hügel aus kontrollierte die lokale Elite die Handelsstraßen. Ihren Reichtum und ihre Macht bezog sie möglicherweise aus dem Handel mit Salz und Eisenerz. Salz war damals ein Luxusgut, das von der Nordsee landeinwärts geschafft wurde. Örtliche Töpfereien stellten rot bemalte Keramik mit einer ganz eigenen Formgestaltung und Verzierung her. Ihre Waren treffen wir auch noch hundert Kilometer weiter an. Import und Imitationen von Objekten aus dem Mittelmeerraum zeigen, dass die Siedlung Teil eines größeren Netzwerks von Handelskontakten war.

<p>Wie der Katsberg, Zwarteberg und der Rodeberg ist der 156 Meter hohe Kemmelberg ein sogenannter Zeugenberg. Zeugenberge entstanden vor 8 Millionen Jahren, als die Nordsee ins Landesinnere drang und hier Sandbänke hinterließ. Aufgrund ihrer Zusammensetzung blieben die Sandbänke, nachdem sich die See zurückgezogen hatte und die übrige Landschaft erodierte, bestehen.</p>
<p> </p>

Geopunt

Wie der Katsberg, Zwarteberg und der Rodeberg ist der 156 Meter hohe Kemmelberg ein sogenannter Zeugenberg. Zeugenberge entstanden vor 8 Millionen Jahren, als die Nordsee ins Landesinnere drang und hier Sandbänke hinterließ. Aufgrund ihrer Zusammensetzung blieben die Sandbänke, nachdem sich die See zurückgezogen hatte und die übrige Landschaft erodierte, bestehen.

 

Bitte vorlesen

Keltische Zentralisierung der Macht

Die Römer stellten die Kelten als kriegslüsterne Barbaren hin. Die Kelten selbst haben keine schriftlichen Quellen hinterlassen, wodurch dieses Bild sich bis ins frühe 20. Jahrhundert halten konnte. Mittlerweile wissen wir dank archäologischer Forschungen, dass die keltische Gesellschaft komplexer organisiert war, als römische Schriftsteller zu erkennen gaben. So wurde lange Zeit angenommen, die ersten Städte in Nordwesteuropa seien im 1. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung durch Kontakte mit der römischen Kultur entstanden. Aber schon im ersten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung errichteten die Kelten Siedlungen von städtischem Gepräge, die als Machtzentren ihre Umgebung beherrschten.

Vom ursprünglichen Siedlungsgebiet der Kelten im Tal der Donau aus verbreitete sich ihre Kultur vor etwa 2500 Jahren über große Teile Europas. Das war die Folge zunehmender Kontakte zwischen den Regionen, wodurch der kulturelle Austausch schneller und in größerem Maßstab stattfand. Kennzeichnend für die keltische Kultur waren die befestigten Niederlassungen an hochgelegenen Orten wie dem Kemmelberg. Die Kelten bauten dort Befestigungsanlagen mit Mauern aus Flechtwerk, Ton oder Lehm, Stein und Holz. Diese Hügelforts dominierten die Umgebung. Manche Niederlassungen wie die Heuneburg in Baden-Württemberg oder die auf dem Mont Lassois im Osten Frankreichs zählten bis zu fünftausend Einwohner und hatten ein ausgedehntes Straßennetz mit verschiedenen Ortsteilen, Plätzen und bisweilen monumentalen Häusern. Die Ansiedlung auf dem Kemmelberg war weniger groß. Im weiten Umkreis ihrer Niederlassungen legten die keltischen Bewohner Äcker und Weiden an. Sie kontrollierten die wichtigsten Handelswege und erwarben so Reichtum und Macht.

Fokuspunkte

Huisraad.

Luc Verhetsel

Hausrat aus der Eisenzeit: Schüsseln und Schalen, Töpfe und Becher mit einem Knick.

Bitte vorlesen

Interregionaler Austausch

Auch im ersten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung konnten Waren über weite Entfernungen transportiert und gehandelt werden. Neben Salz zur Konservierung von Nahrungsmitteln und Metall für haltbare Gebrauchsgegenstände legten auch Luxusgüter wie Gold, Wein oder Webstoffe lange Reisen zurück. Je weiter sich die keltische Kultur über Europa verbreitete, desto mehr erweiterte sich auch ihr Handelsnetz. Dieses reichte schließlich vom Mittelmeerraum bis nach Großbritannien.

Die Reise verlief meistens in Etappen. Über ein ausgedehntes Netz von Zwischenstationen tauschten Händler die Waren untereinander. Die Kelten betrieben Tauschhandel. Keltische Münzen wurden lediglich zur Zahlung von Lösegeld, als Opfergabe oder bei Zeremonien verwendet.

Außer Waren tauschten die Händler auch technologische Erkenntnisse, religiöse Auffassungen und kulturelle Gebräuche aus. So häuften manche von ihnen Reichtum und Wissen an, womit sie sich von der restlichen Bevölkerung unterschieden. Ihre herausgehobene Stellung zeigten sie gern durch kostbaren Schmuck und reichverzierte Gebrauchsgegenstände, aber auch, indem sie bei Festen importierten Wein ausschenkten. In keltischen Siedlungen wie der auf dem Kemmelberg fanden Archäologen in Gold gefasste Trinkhörner sowie griechisch und etruskischdie Etrusker waren ein Volk aus der Toskana, dem heutigen Oberitalien inspirierte Luxuskeramik zum Mischen und Ausschenken von Wein. Das zeigt, dass die Kelten nicht nur Produkte aus dem Mittelmeerraum importierten, sondern auch Gebräuche aus der südeuropäischen Kultur übernahmen.

Tongeren, Gallo-Römisches Museum

Dieses Kupferfass wurde auf dem Grabfeld „De Rieten“ in Wijshagen (heute bei Meeuwen-Gruitrode) gefunden. Es handelt sich um einen typisch keltischen Gegenstand zur Anreicherung von Wein, wurde hier jedoch als Urne benutzt (um 450-350 v. Christus).

Bitte vorlesen

Technologie in der Eisenzeit

Zusammen mit der keltischen Kultur verbreitete sich auch das Wissen über die Eisenproduktion in Europa. Eisenerz war mancherorts im Erdboden vorhanden. Dies im Gegensatz zu Kupfer und Zinn, die Rohstoffe für Bronze, bis dahin das Material für die Metallbearbeitung. Dadurch veränderten sich die Handelsgefüge tiefgreifend.

Sowohl für den Abbau von Eisenerz als auch für dessen Verarbeitung zu Metallgegenständen brauchte es Fertigkeiten und technisches Wissen. Anders als Bronze wurde Eisen nicht gegossen, sondern geschmiedet. Dadurch und durch seine Beschaffenheit war es stabiler, und komplexere Formen wurden möglich. Schmiede spezialisierten sich auf die Produktion von eisernen Waffen, Werkzeugen und Gebrauchsgegenständen. Geschwungene Formen und geometrische Muster zeugen von der Verfeinerung ihrer Entwürfe.

Bronze wurde ab dann hauptsächlich für Kunstobjekte und Schmuck oder zur Verzierung eiserner Gebrauchsgegenstände verwendet. Auf dem Kemmelberg fanden Archäologen zum Beispiel den kunstvoll verzierten Teil eines Prunkwagens, einen Bolzen, der durch die Achse eines Wagens geht und so das Rad an seinem Platz hält. Der Bolzen ist aus Eisen gefertigt und mit einem in Bronze gegossenen Endstück mit einem typisch keltischen Mondmotiv versehen.

Luc Verhetsel

Schleuderkugeln aus Ton, gefunden auf dem Kemmelberg (vermutlich 450-400 v. Chr.). Meist 4,2 cm lang, 2,5 cm Durchmesser, Masse von 21 g.

Kemmelberg bladgoud drinkhoorn.
Luc Verhetsel

Ein Stückchen Blattgold (1,6 cm x 1,4 cm), das auf dem Kemmelberg ausgegraben wurde, schmückte vor etwa 2500 Jahren den oberen Rand eines Trinkhorns. Es hat große Ähnlichkeit mit Funden aus Gräbern, die dem Hochadel zugeschrieben werden, wie beim Grab der sogenannten Prinzessin von Reinheim (Deutschland).

Kemmelwaar.
Luc Verhetsel

Tonarbeit mit denselben Kennzeichen wie diese verzierte und bemalte Krugscherbe wurde bisher v.a. auf dem Kemmelberg vorgefunden. Archäologen gaben ihr daher den Namen „Kemmelware”. Kemmelware war oft zwischen 50 cm und 100 cm hoch und konnte etwa 100 Liter Flüssigkeit oder Getreide fassen.

Luc Verhetsel

Die keltische Elite auf dem Kemmelberg trug Schmuck, um ihren Status und Reichtum zu zeigen. Davon zeugen u.a. eine goldene geriffelte Perle, bronzene Ringfragmente sowie diese Glasperlen (1,5 cm Durchmesser). Keltischer Schmuck aus kobaltblauem Glas fand man recht häufig, die olivgrüne Perle ist ungewöhnlich.

UGent, Fachgruppe Archäologie

Fragment eines Salzbehälters, gefunden auf d Kemmelberg. In der Eisenzeit wurde Salz meist aus Meerwasser gewonnen. Salz war notwendig, um Nahrungsmittel über längere Zeit haltbar zu machen. Es wurde in Tongefäßen ins Inland transportiert. Weil es nicht überall leicht erhältlich war, galt es als Luxusgut und begehrtes Tauschmittel.

Erfahren Sie mehr über dieses Thema

Galliërs
Het verhaal van Vlaanderen – De Romeinen komen

Bron: VRT-archief, De Mensen – 8 jan 2023

Ijzertijd
Journaal

Bron: VRT-archief – 17 jan 1997

Kemmelberg
Vlaanderen Vakantieland

Bron: VRT-archief – 17 nov 1990

Sachbuch


Capenberghs Joris
Gisteren voorbij: een archeologische kijk op de geschiedenis van de oudste tijden

Garant, 1991.

Clerinx Herman
1000 jaar Kelten

Davidsfonds, 2009.

Clerinx Herman
De god met de maretak. Kelten en de Lage Landen

Athenaeum, 2023.

Clerinx Herman
Kelten en de Lage Landen: vechten om het beste deel

Davidsfonds, 2005.

Demuynck Sien
De Galliërs. Een geschiedenis van Gallia Belgica en zijn inwoners

Borgerhoff & Lamberigts, 2025.

Ervynck Anton
De oudste ronde van Vlaanderen. Een archeologisch parcours

Davidsfonds Uitgeverij, 2011.

Haywood John
De Kelten: de geschiedenis van een Europees volk

Pearson Longman, 2005.

Janssen Ugo
De Oude Belgen: geschiedenis, leefgewoontes, mythe en werkelijkheid van de Keltische stammen

The House of Books, 2011.

Kurlansky Mark
Zout. Een wereldgeschiedenis

Ambo, 2011.

Van De Bunt Alexander
Wee de overwonnenen: Romeinen, Kelten en Germanen in de Lage Landen

Uitgeverij Omniboek, 2020.

Verhart Leo
Op zoek naar de Kelten: nieuwe archeologische ontdekkingen tussen Noordzee en Rijn

Matrijs, 2006.

Fiktionales


Reiche Dietlof
Het vuur van de Kelten

Leopold, 2007. (12+)

Vervaele Katrien
De koningsproef

Lannoo, 2002. (12+) 

Vervaele Katrien
Het zonnewiel

Lannoo, 2004. (12+) 

Jetzt ansehen


Gallo-Romeins Museum
Een gouden zwaard en een groot paard: Keltische vorsten met Europese contacten in de Lage Landen

Een lezing uit de reeks Spraakwater  

Zusätzliches Hör-/Sehmaterial