Bandkeramische Tonarbeit aus Limburg, von den ersten Bauerngemeinschaften genutzt, die aus Osteuropa einwanderten (8 cm hoch, 9 cm Durchmesser). | Tongeren, Gallo-Römisches Museum, GRM 10785

Wirtschaft & Technologie
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Ca. 5300 - 4590 v. Chr.
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Die Siedlung von Rosmeer

Die ersten Landwirte

Die fruchtbaren Lehmböden des Haspengaus waren ein Anziehungspunkt für die aus Osteuropa stammenden ersten Landwirte. Im limburgischen RosmeerTeilgemeinde von Bilzen im Süden der Provinz Limburg entdeckten Archäologen eine der ältesten bäuerlichen Ansiedlungen in den Niederen Landen.

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In den 1950er- und 1960er-Jahren stießen Archäologen auf dem Staberg in Rosmeer auf die Reste von sechzehn rechteckigen Holzhäusern. Wie sich herausstellte, waren diese Wohnstätten etwa 7300 Jahre alt und gehörten zu einem ausgedehnten Dorf. Es war der Wohnort der ersten Landwirte, die sich in der Region niederließen. Sie waren aus Osteuropa zu den fruchtbaren Lehmböden migriert, die sich über das heutige Süddeutschland, den Südosten der Niederlande und Mittelbelgien erstreckte. Archäologen gaben diesen Bauern den Namen Bandkeramiker. Der Name verweist auf das Tongeschirr, das sie als erste produzierten und verwendeten. Dieses war nämlich mit Bandornamenten versehen, gefüllt mit verschiedenen Motiven.

<p>Ein Steinkeil, ein Vorläufer des Beils, gefunden in der Bandkeramischen Siedlung bei Rosmeer.</p>

Tongeren, Gallo-Römisches Museum, BH 58

Ein Steinkeil, ein Vorläufer des Beils, gefunden in der Bandkeramischen Siedlung bei Rosmeer.

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Die ersten Landwirte

Die bandkeramischen Bauern aus Osteuropa führten eine neue Lebensweise in Nordwesteuropa ein. Anstatt zu jagen, zu fischen und Nahrung zu sammeln, bauten sie Gewächse wie Linsen, Erbsen, Leinsamen und Getreide an. Sie hielten auch Schafe, Ziegen, Rinder und Schweine. Ein solcher Wechsel hin zu Ackerbau und Viehzucht hatte sich im Mittleren Osten schon viertausend Jahre früher vollzogen.

Die Bauernfamilien führten nicht mehr das nomadische Dasein der Jäger und Sammler. Sie wohnten an einem festen Ort in der Nähe ihrer Äcker und Tiere. Außerdem mussten ihr Vieh und auch ihre Vorräte vor Niederschlägen und wilden Tieren geschützt werden. Die leichten und einfach auf- und abzubauenden Konstruktionen, die die einheimischen Jäger bei ihren Migrationen als Unterkommen genutzt hatten, waren dafür nicht geeignet. Stattdessen bauten die Landwirte dauerhafte hölzerne Wohnhäuser und Lagerräume.

Die Lebensweise der Immigranten hatte nicht unmittelbar große Auswirkungen auf die Jäger und Sammler, die schon jahrhundertelang vor Ort lebten. Wohl gab es Kontakte zwischen beiden Gruppen. Das zeigt sich an den bandkeramischen Deichselnaus Stein gefertigte Werkzeuge für die Holzbearbeitung , die im Gebiet der Jäger und Sammler gefunden wurden. DNA-Untersuchungen belegen zudem einen gewissen genetischen Austausch. Allmählich vollzog auch die lokale Bevölkerung erste Schritte hin zu einem vollzeitlichen Bauerndasein.

Fokuspunkte

Bandkeramisch huis in opbouw.

Wikimedia Commons, Rudolf Wild

Rekonstruktion des Aufbaus eines Bandkeramischen Hauses, in wahrer Größe.

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Der Hausbau

Um 5300 vor unserer Zeitrechnung bauten eingewanderte bandkeramische Bauern erstmals in der westeuropäischen Geschichte Häuser zu dauerhaften Wohnzwecken. Die Jäger und Sammler, die schon jahrhundertelang die Region bevölkerten, hatten sich immer mit einem zeitweiligen Schutz durch aus pflanzlichem Material oder aus Tierhäuten gefertigte Zelte begnügt.

Die Häuser bestanden aus einem Wohnteil und einem Vorratsraum zur Lagerung der Ernte. In der Mitte befand sich eine Feuerstelle. Die rechteckigen Wohnungen wurden aus nah nebeneinandergesetzten Holzpfählen errichtet. Diese stützten das Dach aus Reet oder Rinde. Die Wände bestanden aus einem mit Lehm verschmierten Flechtwerk. Diesen Lehm sammelten die Bauern direkt neben ihren Häusern. Dadurch entstanden langgestreckte Gruben, in die anschließend Abfälle entsorgt wurden.

Die Bauernsiedlungen umfassten mehrere Häuser. Das deutet darauf hin, dass dort mehrere Familien zusammenlebten. Ihre Häuser hatten immer die gleiche Struktur, aber die Größe konnte unterschiedlich sein. Auf dem Staberg stieß man auf Spuren von nicht weniger als sechzehn Häusern. Das größte Wohnhaus maß 6 mal 25 Meter.

3D reconstructie van een Bandkeramische nederzetting op de Cannerberg bij Maastricht.

Mikko Kriek

3D-Rekonstruktion einer Bandkeramischen Siedlungsstelle auf dem Cannerberg bei Maastricht.

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Migration

Die bandkeramischen Bauern aus Osteuropa waren auf der Suche nach Standorten mit fruchtbarem Grund und Boden. Die fanden sie in den Lehmböden der Flusstäler von Maas, Jeker, HeeswaterbeekFlüsse und Bäche im heutigen Limburg und dem Oberlauf der Demer. Ihr Zug von Ost nach West verlief allmählich und dauerte viele Generationen. Das Wissen über den Anbau von Getreide, Linsen oder Erbsen und die Haltung von Schafen, Ziegen oder Rindern brachten sie dabei schon mit.

Wahrscheinlich kreuzten sich die Wege der lokalen Jäger und Sammler und der ersten Bauern in den ersten Jahrhunderten nur selten. Die fruchtbaren Lehmböden, auf denen die Bandkeramiker Nutzpflanzen anbauten, ließen die Jäger großenteils links liegen. Sie bevorzugten die sandigen Flussniederungen mit ihrer größeren Vielfalt an Fisch, Wild und essbaren Pflanzen. Diese Gebiete wiederum eigneten sich wenig für den Ackerbau.

Die lokale Bevölkerung übernahm die Lebensweise der Bauern nur ganz allmählich. Auch die bandkeramische Kultur selbst blieb lange Zeit unverändert. Die ersten bäuerlichen Ansiedlungen ähnelten sich sehr, wo sie auch auftauchten: Überall wurden die gleichen rechteckigen Häuser gebaut, die gleichen Nutzpflanzen gezogen und Tiere gehalten und die gleichen Gegenstände verwendet.

Mit dem Wachstum der bäuerlichen Gemeinschaften nahmen auch die Kontakte zu. Die Jäger und Sammler übernahmen nach und nach Gegenstände, Gebräuche und technisches Wissen von den Bauern, etwa die Keramik und bestimmte Steinwerkzeuge beziehungsweise auch deren Herstellung. Zuletzt sollten sie ihr nomadisches Dasein ganz aufgeben und sich für ein Leben als Landwirte entscheiden.

Bandkeramiek Riemst
Brüssel, Flämische Agentur für bauliches Kulturerbe, Geert Vynckier

Archäologische Erforschung der Bandkeramischen Stätte von Riemst. Die Häuser selbst sind zwar nicht erhalten geblieben, doch ihre Struktur ist noch klar zu erkennen, anhand von Verfärbungen, dort wo die Holzpfähle im Boden gestanden haben.

Opgravingsplan Rosmeer-Staberg
Roosens, H. & Lux, G.V., ‘Een nederzetting uit de ijzertijd op de Staberg te Rosmeer’, Archeologica belgica, 109, 1969

Allgemeiner Ausgrabungsplan der Stätte von Rosmeer-Staberg, mit Andeutung der Bandkeramischen Gebäude.

Zicht vanaf de top van de Staberg naar het noorden.
Erwin Meylemans

Aussicht von der Spitze des Stabergs in nördlicher Richtung.

Tarwe-aren (links) en aren van eenkoorn (rechts).
Mark Nesbitt

Weizenähren (links) und Ähren des Einkorns (rechts). Das Einkorn war eine der ersten Getreidearten, die von Menschen angebaut wurde. Die bandkeramischen Bauern, die sich in den Tälern der Maas, Jeker, Heeswaterbeek und dem Oberlauf der Dender niederließen, ernteten neben Einkorn auch Emmerweizen, Linsen, Erbsen und Leinsaat.

Reconstructie van een nederzetting uit de Bandkeramische cultuur.
Kelheim, Archäologisches Museum, Wolfgang Sauber

Rekonstruktion einer Siedlung aus der Bandkeramischen Kultur.

Löwen, KU Leuven

Eine Auswahl an Töpferwaren aus den Stätten von Wange-Overhespen (Ortsteil von Linter in Flämisch-Brabant). Die typischen „Bänder“, nach denen die Bandkeramik benannt wurde, sind gut zu erkennen.

Erfahren Sie mehr über dieses Thema

Oudste schedel
Journaal

Bron: VRT-archief – 28 juni 2024

Wange-Overhespen
Belgische archeologische opgravingen

Bron: VRT-archief – 25 nov 1985

Sachbuch


Beyens Louis
De graangodin

Olympus, 2009.

Bogucki Peter
De barbaren: vergeten beschavingen buiten Rome en Hellas

Uitgeverij Omniboek, 2019.

Deary Terry
Steengoed, die steentijd

Kluitman, 2006. (11+) 

Ervynck Anton
De oudste ronde van Vlaanderen. Een archeologisch parcours

Davidsfonds Uitgeverij, 2011.

Klompmaker Hein
Het leven van boeren die hunebedden bouwden

Van Gorcum, 2021.

Puttevils Tim, Vanmontfort Bart, Van Nieuwenhuyse Karel & Van Peer Philip
Ons verste verleden. Historisch denken over de prehistorische mens in de oude wereld

Universitaire Pers Leuven, 2020.

Fiktionales


Dielemans Linda
Schaduw van de leeuw

Leopold, 2018. (10+) 

Dielemans Linda
Zomerwoud

The House of Books, 2013. (12+) 

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Radio 1
De wereld van Sofie – 13 mei 2023

Archeologe Gabriëlla Kaszas over de nederzetting van Rosmeer.

Podcastreeks
De ArcheoToog

De neolitische revolutie: over de zin en onzin van landbouw

Hoe werd bandkeramisch aardewerk gemaakt?

Zusätzliches Hör-/Sehmaterial