Erasmus
Der Humanismus
Erasmus war einer der einflussreichsten europäischen Denker des 16. Jahrhunderts. Er schrieb über Erziehung und Unterricht und übte scharfsinnige Kritik an der Kirche und den Machthabern. Seine Schriften hatten großen Einfluss auf die philosophischen und religiösen Denkweisen seiner Zeit.
Erasmus wurde geboren in Rotterdam – diese holländische Stadt gehörte damals zu den Burgundischen Niederlanden –, reiste jedoch sein Leben lang durch Europa. Seine außergewöhnliche Kenntnis der griechischen und lateinischen Literatur befähigte ihn, die Antike wieder zum Leben zu erwecken. Sein ehrgeizigstes Projekt war die Ausgabe des Neuen Testaments im Jahr 1516. Dieser Teil der Bibel war ursprünglich auf Griechisch geschrieben worden, aber die katholische Kirche verwendete schon tausend Jahre eine nicht immer gleichermaßen verlässliche lateinische Übersetzung. Erasmus gab den griechischen Ausgangstext heraus und verfasste eine lateinische Neuübersetzung mit Kommentar. Diese Übersetzung ließ traditionelle Interpretationen der Bibel fragwürdig erscheinen. In Löwen war Erasmus die treibende Kraft hinter dem Dreisprachenkolleg. Dort konnten Studenten erstmals die drei biblischen Sprachen – Hebräisch, Griechisch und Latein – zusammen studieren.
KU Leuven Bibliotheken, Visualisierung Timothy De Paepe
Rekonstruktion des Löwener Drietalencolleges. Diese Einrichtung war eine Talentschmiede für Humanisten wie Gemma Frisius, Andreas Vesalius, Gerard Mercator und Rembert Dodoens.
Der Humanismus
Erasmus war eine Galionsfigur des Humanismus. Das ist eine intellektuelle Bewegung, die sich im 15. und 16. Jahrhundert von Italien aus über Europa verbreitete. Die Humanisten ermunterten zum kritischen Denken. Sie plädierten für eine Philosophie und Ethik, die den Menschen in den Mittelpunkt stellte (daher: Humanismus). Das öffnete die Tür für Neuerungen in vielen Fachgebieten wie dem Sprachenstudium, der Mathematik, Anatomie, Kartographie, Pflanzenkunde oder der Medizin.
Ihre Inspiration fanden die Humanisten in den klassischen lateinischen und griechischen Texten, die sie studierten, bewunderten und befolgten. Sie reinigten die alten Texte von Fehlern und absichtlichen Änderungen, die sich mit der Zeit eingeschlichen hatten. So schufen sie die Grundlage der Philologie, des wissenschaftlichen Studiums von Sprache und Literatur.
Die Humanisten studierten auch die Geschichte und Philosophie der Antike. Ihrer Meinung nach benötigten Menschen aus den höheren Ständen dieses Wissen, um ihrer Führungsrolle in der Gesellschaft gerecht zu werden. Eine Unterrichtsreform war darum wichtig. So sollte man sich das Lateinische in der Schule aneignen, indem man die Sprache aktiv verwendete und nicht nur ihre Grammatikregeln auswendig lernte, ohne sie zu verstehen.
Nördlich der Alpen studierten Humanisten wie Erasmus auch die Bibel und die Kirchenväterchristliche Schriftgelehrte und Lehrer aus dem 2. bis zum 7. Jahrhundert, die innerhalb der katholischen Kirche als Verkünder der Wahrheit die Autorität besitzen . Das sollte zu einem reineren Christentum führen, näher am Evangelium, befreit von Missständen, hohlen Ritualen und theologischen Spitzfindigkeiten.
Fokuspunkte
Erfahren Sie mehr über dieses Thema
Sachbuch
Erasmus
Athenaeum – Polak & Van Gennep, 2020.
Geloof alleen! Protestanten in België: een verhaal van 500 jaar
Garant, 2017.
De eerste protestanten in de Lage Landen: geloof en heldenmoed
Davidsfonds, 2004.
Vrouwengesprekken: een keuze uit de Colloquia
Athenaeum – Polak & Van Gennep, 2005.
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Gelukkige stad. De gouden jaren van Antwerpen (1485-1585)
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De woordenaar. Christoffel Plantijn, ‘s werelds grootste drukker en uitgever 1520-1589
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Erasmus: dwarsdenker; een biografie
De Bezige Bij, 2021.
Belgisch protestantisme in perspectief: doorkijkjes in 450 jaar ideeëngeschiedenis
Houtekiet, 2011.
Antwerpen in de tijd van de Reformatie: ondergrond protestantisme in een handelsmetropool 1550-1577
Meulenhoff, 1996.
Het gevleugelde woord. Geschiedenis van de Nederlandse literatuur 1400-1560
Bert Bakker, 2007.
Anna Bijns, van Antwerpen
Bert Bakker, 2011.
Protestantisme: aspecten van de reformatie tussen humanisme en verlichting
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Antwerpen. De gloriejaren
De Bezige Bij, 2021.
Op reis met Plantijn. Onderweg in de 16de eeuw
BAI, 2021.
Fiktionales
De droom van Christoffel
Uitgeverij Vrijdag, 2016. (OKAN, 14+)
Meester Erasmus
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Het geheim van Erasmus
Mozaïek, 2006. (13+)
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Wentelsteen: Erasmus en de moeizame geboorte van het Collegium Trilingue: historische roman
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Het geheim van Plantyn
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Storm: de verboden brief van Maarten Luther
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Zotten zijn wij die gedichten schrijven: Goudse dichters over Erasmus
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Comics
Keizer Karel. De laatste Bourgondiër
2000.
Erasmus in Europa
Erasmus Universiteit, 2009. (9+)
Suske en Wiske. De Geplaagde Plantijn (nr. 366)
Standaard Uitgeverij, 2023.
Life is beautiful
30 kortfilms over dromen, leven en liefde, met als uitgangspunt spreuken van Erasmus (A Film, 2011).
Storm: letters van vuur
(2017)
TRAPMAN, Hans, Erasmus: een hoorcollege over zijn leven, oeuvre en de invloed van zijn denken
Home Academy, 2013.
Hollands grootste humanist
De Vrije Uitgevers, 2012.