Statue des Pedro de Gante in Mexico-Stadt, geschaffen von Albert De Smedt und gestiftet von der Provinz Ostflandern im Jahr 1976. De Gante gründete die erste christliche Schule auf dem amerikanischen Kontinent. | Wikimedia Commons.
Pedro de Gante
Europäer in einer „Neuen Welt“
1523 reiste ein Mönch von Gent nach Tenochtitlan, dem heutigen Mexiko-Stadt. Er hieß Pieter van der Moere, blieb jedoch unter seinem spanischen Namen Pedro de Gante bekannt. Auf dem amerikanischen Kontinent zählt er zu den ersten flämischen Zeugen der von den europäischen Kolonisatoren angerichteten Verwüstungen.
Nach einem fünfzehnjährigen Verbleib als Laienbruder in einem Genter Franziskanerkloster überquerte Pieter van der Moere, der vermutlich aus Idegem (heute eine Teilgemeinde von Geraardsbergen) stammte, den Atlantik. Er reiste auf den Spuren des spanischen Eroberers Hernán Cortés und wollte die Azteken, die einheimische Bevölkerung des heutigen Mexiko, zum Christentum bekehren. Die Überlegenheit der christlichen Zivilisation stand für ihn außer Frage. Auch dadurch war er schockiert von den Zerstörungen, die Europäer anrichteten, und von der erbarmungslosen Ausbeutung der lokalen Bevölkerung. Über diese Missstände beklagte er sich in Briefen an Karl V. und an dessen Nachfolger Philipp II.
Antwerpen, Rathaus Antwerpen
Wandgemälde von Piet Verhaert (1852-1908) im Treppenhaus des Antwerpener Rathauses (1899). Die Szenen erinnern an die Blütezeit der Stadt im 16. Jahrhundert. Hier hieß der Antwerpener Bürgermeister die ersten spanischen Schiffe willkommen, die Zucker von den Kanarischen Inseln brachten. Der Aufschwung war dem Kolonialhandel zu verdanken, der Zucker stammte von Plantagen, auf denen versklavte Afrikaner arbeiteten.
Europäer in einer „Neuen Welt“
Nach der Expedition von Christoph Columbus im Jahr 1492 überquerten spanische Eroberer den Atlantik. Wenig später fanden auch andere europäische Länder den Weg nach Amerika. Das war der Startschuss für die europäische koloniale Expansion in alle Teile der Welt. Jahrhundertelang brachten Europäer aus den eroberten Gebieten Reichtümer in zahlreiche europäische Städte. Die ersten bescheidenen Schritte dazu wurden Anfang des 15. Jahrhunderts unternommen, als Portugiesen sich anschickten, neue Handelsrouten nach Indien zu suchen.
Die Portugiesen beschränkten sich meistens auf Handelsposten an der Küste oder entlang von Flüssen. Die Spanier zogen tiefer landeinwärts und gründeten in Teilen von Mittel- und Südamerika große Kolonien wie Neuspanien, Neugranada, Peru und La Plata. Damit setzten sie den Reichen der Maya, Azteken und Inka ein Ende. Um ein ausgedehntes Gebiet mit Millionen von Einwohnern beherrschen zu können, ließen die Spanier lokale Machtstrukturen bestehen. Die Elite der einheimischen Bevölkerung konnte ein Stück Macht und Wohlstand behalten, indem sie mit dem Kolonisator zusammenarbeiteten.
Von 1506 bis 1713 gehörten die (Südlichen) Niederlande zu den Gebieten der Spanischen Habsburger. Von dort zogen ebenfalls Matrosen, Soldaten, Handwerker, Missionare und andere Abenteuer in die überseeischen Gebiete. Durch den Atlantikhandel konnte Antwerpen mit seinen ausgezeichneten Beziehungen in Lissabon und Cádiz im 16. Jahrhundert zu einem Hafen von Weltrang heranwachsen. Die Stadt an der Schelde war die Endstation der Reichtümer, die die Europäer aus der „Neuen Welt“ herbeischafften.
Fokuspunkte
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Nieuw Amsterdam, 2012.
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Corona, 2015. (12+)
Slavernij: een geschiedenis
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De Belgische ontdekkingsreizigers. Van Rubroeck tot de Gerlache in zeven eeuwen en continenten
Lannoo, 2016.
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Comics
De reizen van Alex. De Azteken
Casterman, 2005.
De reizen van Alex. De Inca’s
Casterman, 2006.
Suske en Wiske. Het Gouden Paard (nr. 45)
Standaard Uitgeverij, 1959.
Christopher Columbus. Zeevaarder en ontdekkingsreiziger
Biblion, 2005.