De Aanbidding van het Lam Gods is een van de beroemdste schilderijen van de westerse kunstgeschiedenis. Hubert en Jan van Eyck maakten het monumentale drieluik tussen 1424 en 1432.

Das Lamm Gottes van Jan und Hubert van Eyck, 1432. | St.-Bavo-Kathedrale Gent, www.artinflanders.be, Foto Dominique Provost – CC-BY-NC-ND 4.0

Künste & Wissenschaften
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1432
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Der Genter Altar der Brüder Van Eyck

Die mittelalterliche Bildsprache

Die Anbetung des Lammes ist eines der berühmtesten Gemälde der westlichen Kunstgeschichte. Hubert und Jan van Eyck schufen das monumentale Triptychon zwischen 1424 und 1432. Das Gemälde ist ein ikonisches Beispiel für die Werke der so genannten Flämischen Primitiven, einer Gruppe von Malern, zu der man auch die Brüder Van Eyck zählt.

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Das Gemälde im unteren Teil des geöffneten Flügelaltars zeigt Hunderte von Figuren in einer paradiesischen Umgebung mit üppigen Pflanzen und Blumen. Alles ist lebensecht wiedergegeben. Der Titel Die Anbetung des Lammes geht auf die zentrale Szene zurück, auf der in der Mitte das Gotteslamm auf einem Altar abgebildet ist. Dieses Lamm steht im Christentum als Symbol für Jesus Christus, der sein Leben gab, um die Menschheit von ihren Sünden zu erlösen.

Hubert van Eyck begann das Werk. Nach seinem Tod im Jahr 1426 vollendete es sein jüngerer Bruder Jan. Der Auftrag stammte von einem reichen Edelmann aus dem Waasland, dem Genter Schöffen und Kirchenvorsteher Joos Vijd und seiner Frau Elisabeth Borluut. Gedacht war es als Altarbild für ihre Privatkapelle in der Genter Johanniskirche, der heutigen St.-Bavo-Kathedrale, wo es nach wie vor zu besichtigen ist.

<p><em>Das Lamm Gottes</em> van Jan und Hubert van Eyck, 1432.</p>

St.-Bavo-Kathedrale Gent, www.artinflanders.be, Foto Dominique Provost – CC-BY-NC-ND 4.0

Das Lamm Gottes van Jan und Hubert van Eyck, 1432.

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Die mittelalterliche Bildsprache

Der Genter Altar verleiht einem wichtigen Thema des Christentums Gestalt. Für die Gläubigen im Mittelalter war die Bedeutung solcher religiösen Gemälde zumeist klar. Viele heutige Betrachterinnen und Betrachter verstehen diese Bildsprache nicht mehr.

Das Kunstwerk zeigt, welche Tugenden Menschen besitzen müssen, um in den Himmel zu gelangen und dort das Gotteslamm, das den Erlöser Jesus Christus symbolisiert, anzuschauen. So verweisen die Richter auf Gerechtigkeit und die Eremiten auf Mäßigkeit. In den drei mittleren oberen Bildtafeln bitten Maria und Johannes der Täufer beim obersten Richter, der sowohl Christus als Gott der Vater ist, für die Menschen.

Zugleich ist kennzeichnend für die mittelalterliche Bildsprache, dass wir nicht nur die Botschaft des Gesamtwerks betrachten dürfen. Jedes Detail fügt eine subtile symbolische Bedeutung hinzu. Es gibt also so viel mehr, als auf den ersten Blick zu sehen ist. Ein weißes Handtuch in der Bildtafel mit der Maria verweist zum Beispiel auf Reinheit. Die Rose auf der Rasenfläche steht für die Liebe, während das Maiglöckchen Unschuld symbolisiert.

Fokuspunkte

Nova Reperta.

Joannes Stradanus, Nova Reperta, Musea Brugge, Sammlung Steinmetz, www.artinflanders.be, Foto Hugo Maertens, Wikimedia Commons

Van Eyck in seiner Werkstatt, dahinter Schüler beim Anmischen der Ölfarbe, auf einer Gravur von Johannes Stradanus aus dem 16. Jahrhundert.

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Van Eyck: eine optische Revolution

Jan van Eycks Werk hat einen großen Einfluss auf die westliche Malerei bis heute. Was machte ihn zu einem so außergewöhnlichen Künstler? Van Eyck war technisch besonders beschlagen: Neben einer scharfen Beobachtungsgabe besaß er eine ausgezeichnete Augen-Hand-Koordination. Van Eyck perfektionierte die Zusammensetzung von Ölfarbe, unter anderem durch die Hinzufügung von Trocknungsmitteln. Das machte Ölfarbe, zuvor ein unpraktisches Malmaterial, einfacher in der Verwendung. So konnte Van Eyck sehr genau malen und Materialien nahezu greifbar wiedergeben. Es half ihm auch, seinen Werken mehr Farbe zu verleihen.

Ebenso wichtig waren seine Kenntnisse der damaligen Naturwissenschaften. Durch sein Studium arabischer und europäischer Werke über Optik konnte Van Eyck Perspektiven viel besser anwenden als seine Vorgänger. Auch erlangte er Einsicht in die Wirkung des Lichts, die einen zentralen Platz in seinen Gemälden einnimmt. Das Zusammenspiel von Licht und Schatten verlieh den Figuren und Objekten in seinen Werken eine fast dreidimensionale Form. Das war ein Kraftakt in mittelalterlichen Künstlerwerkstätten ohne konstante Beleuchtung, einzig zu erklären durch Van Eycks Talent, seine Umgebung sehr genau wahrzunehmen. Durch sein technisches Können, die Perfektionierung der Ölfarbe und eine bessere Kenntnis des Lichts brachte Van Eyck eine „optische Revolution“ in der Malerei zuwege.

Petrus Christus.

Berlin, Gemäldegalerie, Google Arts

Petrus Christus (um 1410-1476), Porträt einer jungen Frau. Der Maler war in Brügge tätig, sein Werk ist stark von Jan van Eyck beeinflusst.

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Die „Flämischen Primitiven“

Jan van Eyck konnte sich nur dank des politischen und sozialökonomischen Kontexts zu dem Künstler entwickeln, der er war. Er lebte und arbeitete in den Burgundischen Niederlanden mit ihrem städtischen Netzwerk mit viel Immigration und kulturellem Austausch. Händler und Handwerker brachten neue Ideen mit. Die Luxusprodukte, die sie lieferten, fanden ebenso Anklang beim burgundischen Hof. Auch Van Eyck wurde Teil des umherreisenden Hofstaats des kunstliebenden burgundischen Herzogs Philipps des Guten.

In diesem Umfeld wurde Van Eyck ein Trendsetter der „Flämischen Primitiven“. Das war eine Gruppe von Malern, wozu unter anderem Rogier van der Weyden (Roger de la Pasture), Dirk Bouts und Hans Memling gehörten. Sie waren tätig in Städten wie Brügge, Gent, Tournai, Löwen und Brüssel. Es handelte sich also nicht nur um Maler aus der Grafschaft Flandern, sondern aus den gesamten Niederlanden und sogar darüber hinaus. Sie malten in Öl und mit viel Augenmerk für realistische Details. Biblische Szenen und Symbole verlegten sie in ihre eigene Zeit, sodass ihre Bilder zu der Erlebniswelt ihrer Zeitgenossen passten.

Sie malten auch viele Porträts, von denen die Dargestellten dem Betrachter oft stolz entgegenblicken. Das entsprach dem zunehmenden Selbstbewusstsein ihrer reichen Auftraggeber. Aber auch die Maler selbst waren sich ihres Könnens und ihres künstlerischen Talents immer stärker bewusst. Jan van Eyck signierte sogar seine Gemälde, was in dieser Zeit sehr ungewöhnlich war.

Brügge, Museen Brügge, Groeningemuseum

Jan van Eyck (um 1390-1441) malte 1439 seine modisch gekleidete Ehefrau Margaretha van Eyck. Voll Selbstvertrauen blickt sie den Betrachter an.

Het Laatste Avondmaal van Dirk Bouts (rond 1410-1475) was bestemd voor de kapel van een religieuze broederschap in de Leuvense Sint-Pieterskerk. De opdrachtgevers worden als getuigen van het gebeuren afgebeeld en door de ramen is de Grote Markt te zien.
Löwen, Museum M, www.artinflanders.be, Foto Dominique Provost

Abendmahlsaltar von Dirk Bouts (um 1410-1475) war für die Kapelle der religiösen Bruderschaft in der Löwener St.-Peterskirche bestimmt. Die Auftraggeber sind als Zeugen des Geschehens dargestellt, durch die Fenster ist der Grote Markt zu sehen.

Tomaso Portinari en zijn vrouw Maria Baroncelli, gevestigd in Brugge, bestelden in de jaren 1470 bij Hugo Van der Goes (rond 1440-1483) dit altaarstuk voor hun familiekapel in Firenze.
Wikimedia Commons, Florenz, Uffizien

Tomaso Portinari und seine Frau Maria Baroncelli, in Brügge ansässig, bestellten in den 1470er Jahren bei Hugo Van der Goes (etwa 1440-1483) dieses Altarbild für ihre Familienkapelle in Florenz.

Hans Memling (rond 1430-1494) was afkomstig uit de regio van Mainz in het huidige Duitsland, maar was actief in de zuidelijke Nederlanden. Hier vond hij veel rijke opdrachtgevers, zoals voor dit tweeluik Maarten van Nieuwenhove (1463-1500), een Brugs edelman verbonden aan het Bourgondische hof.
Brügge, Diptychon von Maarten van Nieuwenhove, Hans Memling, Museen Brügge, www.artinflanders.be, Foto Hugo Maertens, Publiek Domain

Hans Memling (etwa 1430-1494) stammte aus der Gegend von Mainz im heutigen Deutschland, war aber in den südlichen Niederlanden aktiv. Er fand dort fand viele reiche Auftraggeber, wie etwa für dieses Diptychon Maarten van Nieuwenhove (1463-1500), einen Brügger Adligen mit Verbindungen an den burgundischen Hof.

Brügge, Museen Brügge, Sint-Jan-Hospitaalmuseum, Paul Hermans

Auf dem Ursula-Schrein stellte Hans Memling 1489 die Legende der Heiligen Ursula fast wie einen modernen Comic dar. Dieser besondere Reliquienbehälter wurde eigens für das St.-Johannes-Krankenhaus angefertigt, er enthielt Reliquien verschiedener Heiliger.

Wikimedia Commons, Amedée Lynen

Der Begriff „Flämische Primitive” entstand im 19. Jahrhundert, um eine Gruppe von Malern zu bezeichnen, die sich von Handelszentren wie Brügge oder Gent angezogen fühlten. Sie stammten v.a. aus den Niederlanden. Der Begriff verbreitete sich durch die Ausstellung „Les primitifs flamands“ aus dem Jahr 1902. Das Wort „primitiv” steht für „ursprünglich”, kann aber auch auf eine „realistische“ Darstellung der Wirklichkeit verweisen. Heutzutage spricht man eher vom Phänomen der „nördlichen Renaissance”.

Lam Gods voor en na.
Das Lamm Gottes, Jan und Hubert van Eyck, St.-Bavo-Kathedrale Gent, www.artinflanders.be, Foto Hugo Maertens

Das Lamm vor und nach der umfassenden Restaurierung des Werkes Das Lamm Gottes, 2012-2022. Toprestauratoren entfernten äußerst sorgfältig die Lackschichten, darunter kam der ursprüngliche Blick des Lammes wieder zum Vorschein.

Erfahren Sie mehr über dieses Thema

Het Lam Gods
Karrewiet

Bron: VRT archief – 24 jan 2020

Brugge
Weg van het Meesterwerk – Van Eyck

Bron: VRT archief, Sylvester Productions – 4 sep 2019

Sachbuch


Borchert Till-Holger
Vlaamse Primitieven in Brugge

Ludion, 2006. 

Borchert Till-Holger, Dumolyn Jan en Martens Maximiliaan
Van Eyck: een optische revolutie

Hannibal, 2020. 

Borchert Till-Holger, Beyer Andreas & Eichberger Dagmar
De eeuw van Van Eyck 1430-1530: de Vlaamse Primitieven en het Zuiden

Ludion, 2002. 

De Vos Dirk
De Vlaamse primitieven: de meesterwerken

Mercatorfonds, 2002.  

Praet Danny & Martens Maximiliaan
Het Lam Gods, Van Eyck: kunst, geschiedenis, wetenschap en religie

Hannibal, 2019. 

Schmidt Peter
Het Lam Gods

Davidsfonds, 2005. 

Fiktionales


Bernauw Patrick
De roof van de rechters

Manteau, 2011. (eenvoudig Nederlands)

Berry Steve
Het geheim van Gent

De Fontein, 2022.

Bruyneel Jonas
Vijd. Het verdriet van het Lam Gods

Lannoo, 2019.

de Bel Marc & Marchal Gino
De veertiende brief

Van Halewyck, 2021. (12+)

Dierickx Karen, Misschaert Inge & Makelberge Gudrun
De wondere historie van Judocus Vijd en het Lam Gods

Van Halewyck, 2020. (9+)

Huysman Sofie
Dag Jan: het kleine rijk van Jan Van Eyck

Borgerhoff & Lamberigts, 2020. (10+) 

Smeyers Katrien & Leroy Benjamin
Schilders & spionnen: het verhaal van de Vlaamse Primitieven

Davidsfonds/Infodok, 2008. (9+) 

Vereecken Kathleen
Margriete

De Geus, 2022.  

Comics


De Paepe Harry & Van der Veken Jan
Het Lam Gods. Bewonderd en gestolen

Blloan, 2020.

De Poortere Pieter, Pollet Frank & Vermeulen Moniek
Het verdwenen paneel

Nanuq, 2020.

De Poortere Pieter
Lam. Het Lam Gods op stap door Gent

Nanuq, 2020.

Martin Alvès & Corteggiani François
Lefranc. De rechtvaardige rechters (nr. 32)

Casterman, 2021.

Vandersteen Willy, Van Gught Peter & Morjaeu Luc
Suske en Wiske. De verloren Van Eyck (nr. 351)

Standaard Uitgeverij, 2020.

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