Winterslag, die erste Bergbausiedlung in Limburg, 1923. Heute beherbergt sie Feniks, vormals die „Limburgse Associazioni Cristiane Lavoratori Italiani“ (ACLI). | Genk, Sammlung „Geheugen van Genk”, Emile Van Dorenmuseum

Landschaft, Umwelt & Mobilität
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1901 - 1992
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Multikulturelle Bergbausiedlungen

Steinkohle in Limburg

Die Entdeckung von Steinkohle in Mittel-Limburg im Jahr 1901 läutete für die Region ein neues Zeitalter ein. Plötzlich entstanden in den stillen Limburgischen Kempen Bohrtürme, Straßen, Bahnlinien und neue Wohnviertel. Die Bergwerksdörfer wurden allmählich von Arbeitern aus dem In- und Ausland bevölkert.

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Um die gerade erst entdeckten Steinkohleadern anzubohren, ließen sich verschiedene Bergwerksbetriebe in Limburg nieder. An Kapital mangelte es den Betreibern nicht, aber wohl an Arbeitskräften. Weil die Region dünn besiedelt war, mussten die zukünftigen Arbeitskräfte von woanders herkommen. Für die tausenden Arbeiter und ihre Familien ließen die Zechenbetriebe ganze Bergwerksdörfer oder Cités hochziehen. Außer Wohnhäusern bauten sie Schulen und Kirchen, eine Sportinfrastruktur und Theatersäle. Das gestattete den Zechenbesitzern eine starke Kontrolle über ihre Arbeitnehmer.

Der Plan der Bergwerksdirektoren, mit grünen Straßen und schönen Wohnungen Arbeiter aus der weiten Umgebung anzuziehen, gelang nur teilweise. Darum rekrutierten sie auch Bergarbeiter in Ost- und Südeuropa, der Türkei und Nordafrika. So entwickelten sich die Bergbausiedlungen zu einem Schmelztiegel der Sprachen, Kulturen und Religionen.

<p>Nachdem ein unterirdisches Steinkohlevorkommen entdeckt wurde, erschienen dort Bohrtürme inmitten der Limburger Heide. Das Foto zeigt den Aufbau der Mine von Winterslag, 18. April 1910.</p>

Hasselt, Staatsarchiv

Nachdem ein unterirdisches Steinkohlevorkommen entdeckt wurde, erschienen dort Bohrtürme inmitten der Limburger Heide. Das Foto zeigt den Aufbau der Mine von Winterslag, 18. April 1910.

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Steinkohle in Limburg

Die Entdeckung von Steinkohle in Limburg im Sommer 1901 machte Schlagzeilen. Steinkohle war damals die wichtigste Energiequelle, und so hofften viele, dass die arme Provinz endlich einer Zeit des Wohlstandes und der wirtschaftlichen Entwicklung entgegensehen würde.

Große Finanz- und Industriekonsortien, die auch in Wallonien aktiv waren, gründeten 1907 in Limburg Bergwerksgesellschaften. Sie standen vor großen Herausforderungen: Die Steinkohleschichten befanden sich in einer schwer zu erreichenden Tiefe von fünfhundert Metern und mehr. Überdies fehlte es in dem dünn besiedelten Heidegebiet vielfach an grundlegender Infrastruktur wie genügend Wohnraum und einem ausreichenden Straßennetz. 1914 brach zudem der Krieg aus. Dadurch ging die erste Zeche – Winterslag in Genk – erst 1917 in Produktion. In den darauffolgenden Jahren öffneten noch fünf weitere Zechen. Am Höhepunkt des Abbaus, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, boten sie 44.000 Arbeitern Beschäftigung.

Die Steinkohlezechen brachten die katholische Landbevölkerung mit Phänomenen der modernen industriellen Welt wie Gewerkschaften und dem Sozialismus in Berührung. Außerdem sorgte die Steinkohleindustrie für eine starke Bevölkerungszunahme mit einer sehr diversen kulturellen Zusammensetzung. Selten transformierte ein einzelner Industriezweig in Flandern eine ganz Region so grundlegend in so kurzer Zeit.

Fokuspunkte

Fatih moskee.

Sammlung PCCE, Foto Bert Van Doorslaer

Die türkische Fatih-Mosche prägt die Skyline der Beringen-Mine.

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„Gastarbeiter“

Der Bergarbeiterberuf war ein schweres und ungesundes Metier. Als Bergmann fuhr man jeden Werktag Hunderte Meter tief in die Erde ein, um dort auf dem Bauch oder Rücken liegend mit einem schweren Bohrhammer in einem erstickend heißen schmalen Schacht Steinkohleschichten abzutragen. Staub und Lärm waren allgegenwärtig und die Gefahr von Einstürzen, Feuer oder Explosionen durchaus real. Die Staublunge war eine gefürchtete Krankheit. Unter der lokalen Bevölkerung bestand wenig Neigung, in den Minen zu arbeiten.

Also suchten die Bergwerksbetriebe aus Limburg und Wallonien im Ausland nach Bergleuten. Schon in den 1920er-Jahren landeten so tausende Arbeiter aus Osteuropa und Italien in den limburgischen Zechen. Nach dem Zweiten Weltkrieg rekrutierten die Bergwerke massenhaft Arbeiter aus Ländern der Mittelmeerregion. Ein Abkommen mit Italien aus dem Jahr 1946 sah die Entsendung von 50.000 italienischen Arbeitskräften vor. Die Italiener wollten der Arbeitslosigkeit und Armut in ihrem Heimatland entfliehen und ließen sich durch die Löhne verleiten, die die belgischen Bergwerke boten. Ihr erster Arbeitstag unter Tage war für viele ein Schock. Sie hatten sich überhaupt nicht vorstellen können, was diese Arbeit beinhaltete. Manche kündigten auf der Stelle, aber eine große Gruppe blieb, oft aus Mangel an einer Alternative.

Nach zusätzlichen Abkommen und Rekrutierungskampagnen folgten spanische und griechische sowie ab 1964 auch türkische und marokkanische Arbeiter, die in ihren Herkunftsländern keine Arbeit fanden. Sie ließen sich mit ihren Familien in den Bergbausiedlungen nieder und blieben auch nach den Bergwerksschließungen weiter dort. So schufen sie die Grundlage für die ethnisch-kulturelle Diversität von Mittel-Limburg.

Marcinelle.

Marcinelle © SIR

Das Minenunglück in der wallonischen Marcinelle am 8. Augustus 1956 forderte 262 Opfer, darunter 136 Italiener. Die Katastrophe hallte auch in Flandern nach.

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Der Niedergang der Steinkohleindustrie

1957 war für die sechs limburgischen Zechen ein Jahr zum Feiern. Nicht nur ihr fünfzigjähriges Bestehen, sondern auch die neuen Produktionsrekorde gaben Anlass zum Stolz. Das Jubiläumsjahr läutete jedoch auch den Anfang des Niedergangs ein. Die Steinkohlenminen bekamen die Konkurrenz ausländischer Importe sowie der aufkommenden Petroleumindustrie zu spüren.

Die Limburger Zechen waren in den frühen 1960er-Jahren eigentlich schon nicht mehr rentabel. Belgien hatte inzwischen mit fünf weiteren Ländern die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) gegründet: Diese sorgte für finanzielle Unterstützung, verpflichtete den Sektor aber auch zu Sanierungen. Nach der Schließung verschiedener wallonischer Minen traf es 1966 eine erste limburgische Zeche: Zwartberg. Die Bergarbeiter reagierten wütend. Sie streikten und besetzten die Mine. Bei schweren Krawallen mit die Reichswacheeine belgische Ordnungspolizei, die 2001 in die föderale Polizei integriert wurde gab es zwei Tote. Aber der Protest konnte die Schließung nicht verhindern.

Die übrigen Zechen blieben mit staatlicher Unterstützung noch eine Zeitlang in Betrieb, aber langfristig war ihr Schicksal besiegelt. Mit der Schließung der Zeche von Zolder im Jahr 1992 fiel der Vorhang für die limburgische – und belgische – Steinkohleindustrie. Die Schließung der belgischen Zechen bedeutete jedoch nicht das Ende des Steinkohlezeitalters. Trotz der nachgewiesenermaßen negativen Auswirkung fossiler Brennstoffe auf das Klima bleibt die Steinkohle weltweit eine wichtige Energiequelle.

Onmiddellijk na de bevrijding werden Duitse krijgsgevangenen in de mijnen tewerkgesteld. Ze verbleven in barakkenkampen die ze tijdens de oorlog voor Russische krijgsgevangenen hadden opgetrokken. Deze foto toont de barakken van Eisden.
Eisden, Stichting Erfgoed Eisden

Unmittelbar nach der Befreiung Belgiens im Jahr 1945 wurden deutsche Kriegsgefangene im Bergbau beschäftigt. Sie wurden in Barackenlagern untergebracht, die die Deutschen während des Krieges für russische Kriegsgefangene errichtet hatten. Dieses Foto zeigt die Baracken von Eisden.

Sammlung Luc Minten

Um Bergleute anzuwerben, führte die Regierung nach dem Zweite Weltkrieg das Bergarbeiterstatut ein. Damit hatten sie Recht auf eine Mischung aus Prämien, bezahlten Urlaubstagen und anderen Vorteile, wie die Freistellung vom Wehrdienst sowie kostenlosen Bahntickets.

Vriendschap ondergronds.
Eisden, Stichting Erfgoed Eisden

Die harte Arbeit untertage schuf auch kameradschaftliche Bande.

Eisden, Stichting Erfgoed Eisden

Gastarbeiter und ihre Familien fanden den Weg in die Limburger Bergbauregion. In manchen Gruben machten Gastarbeiter mehr als die Hälfte der Belegschaft aus.

Stoflongen.
Genk, Geheugen van Genk, Collectie Emile Van Dorenmuseum, © Johnny Harsch

Staublunge war unter Bergbauarbeitern eine gefürchtete Krankheit. Ständiges Einatmen von Kohle- und Steinstaub griff die Lungen an und führte letztendlich zum Tod.

De steenkoolmijnen lieten blijvende sporen na in het landschap, zoals afvalheuvels of terrils. Na de mijnsluitingen kregen een aantal van die terrils een tweede leven als natuurgebied of, zoals hier in Beringen, recreatieplek. Beeld uit 2017.
Beringen, be-MINE Beringen

Die Kohlebergwerke hinterließen bleibende Spuren in der Landschaft, wie Schutthügel oder Abraumhalden. Nach Schließung der Bergwerke wurden einige dieser Halden in Naturschutzgebiete umgewandelt, oder wie hier in Beringen, in ein Naherholungsgebiet. Foto aus dem Jahr 2017.

Erfahren Sie mehr über dieses Thema

Kinderen van de migratie
Kinderen van de migratie: Het beloofde land. Een nieuw leven.

Bron: VRT-archief, AMSAB, Musée de la Vie wallonne – 31 aug 2021 – 7 sep 2021

Migratie
Boulevard – Eigen volk en ander volk (2)

Bron: VRT-archief, AMSAB, Cinematek, Belgisch Leger – 30 dec 1992

Mijncités
Te voet door Vlaanderen

Bron: VRT-archief en Mijnmuseum Beringen – 12 nov 1963

 

Tuinwijk
Vlaanderen Vakantieland

Bron: VRT-archief, Museum van de mijnwerkerswoning Eisden – 16 apr 2005

Sluiting van de mijnen
Koolputters – De sluiting

Bron: VRT-archief, De chinezen – 31 juli 2022

Sachbuch


Beyers Leen
Iedereen zwart: het samenleven van nieuwkomers en gevestigden in de mijncité Zwartberg, 1930 – 1990

Aksant, 2007. 

Coppieters Guy
De Belgische Kolenslag 1944-1951: het mirakel dat er geen was

Algemeen Rijksarchief, 2021. 

Delbroek Bart
In de put. De arbeidsmarkt voor mijnwerkers in Belgisch-Limburg, 1900-1966

Verloren, 2016. 

Geheugen Collectief
Limburg in 9 vragen

OKV, 2018. 

Minten Luc, Raskin Ludo & Soete Antoon
Een eeuw steenkool in Limburg

Lannoo, 1992.

Van Doorslaer Bert & De Rynck Patrick (red.)
Mijnerfgoed in Limburg. Ondergronds verleden, bovengrondse toekomst

OKV, 2012. 

Van Meulder Griet & De Rijck Tine
De ereburgers: een sociale geschiedenis van de Limburgse mijnwerkers

EPO, 2000. 

Veldeman Johan
Diep. De mijnologen

Coalface, 2018. 

Fiktionales


Beerten Luc
De put: een stomme film

SUN, 1988. 

Demyttenaere Bart & Sneyers Joachim
Licht in de tunnel: Emiel, ridder van de mijn

Clavis, 2022. (9+) 

Kustermans Paul
Voor Paulien

Averbode, 1995.(12+) 

Van Looi Minus
Koolputtersvolk

Pro Arte, 1946. 

Comics


Vanstiphout Bert
Een avontuur van Siebe Mol. De steen van André Dumont

2017.

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Limburg in 9 vragen: de Limburgse steenkoolmijnen
Uit de grond, uit het hart

(Erfgoedcel Mijn-Erfgoed)

Zusätzliches Hör-/Sehmaterial


Cinematek
De mijnen. 14 films over de Belgische steenkoolmijnen

(dvd) 

MIRAS
50 jaar Turkse migratie

(dvd) 

Speelfilm
Marcinelle

(2003). 

Speelfilm
Marina

(2014).