Paul Panda Farnana schloss 1907 sein Studium am Staatlichen Institut für Gartenbau in Vilvoorde ab. Hier mit seinen Kommilitonen (neun Männer und eine Frau) im Stadtpark von Vilvoorde. | Vilvoorde, Horteco
Paul Panda Farnana
Der Kongo, erobert und kolonisiert
Paul Panda Farnana war der erste kongolesische Intellektuelle, der den Kolonialismus öffentlich kritisierte. In jungen Jahren von einer Belgierin ins Haus genommen, konnte er in Belgien studieren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er gegen Deutschland und landete in einem Kriegsgefangenenlager. Nach dem Krieg wurde er Menschenrechtsaktivist.
Farnana war der Sohn eines kongolesischen Chefs. Er kam als Diener eines Händlers nach Belgien und wuchs bei dessen Schwester auf. Nach Studien am Athenäum von Elsene, dem Staatsinstitut für Gartenbau in Vilvoorde und weiterführenden Studien in Paris und Mons kehrte er 1909 in den Kongo zurück. Dort arbeitete er als Landwirtschaftsingenieur für die Kolonialregierung und sah, wie Rassismus, Ausbeutung und Gewalt die Kolonisation bestimmten.
Nach dem Ersten Weltkrieg gründete Farnana die Union Congolaise (1919). Er nahm am Kolonialkongress im belgischen Senat (1920) und am zweiten panafrikanischen Kongress in Brüssel (1921) teil. Dort plädierte er namens der Kongolesen für gleiche Rechte, politische Teilhabe, höhere Löhne und einen besseren Bildungszugang. Es war vergeblich. 1929 kehrte er in sein Geburtsdorf Nzemba zurück, wo er ein Jahr später verstarb.
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König Leopolds gewalttätiges Regime wurde in der britischen Presse stark kritisiert. Karikatur von Edward Lumley Sambourne, 1906 in der Satirezeitschrift Punch veröffentlicht.
Der Kongo, erobert und kolonisiert
Der belgische König Leopold II., der schon länger koloniale Ambitionen hegte, entsandte ab dem Ende der 1870er-Jahre Expeditionen nach Mittelafrika. Erpicht auf finanziellen Gewinn eroberte er ein ausgedehntes Gebiet im Kongobecken. Dort schuf er sich eine Privatkolonie mit aktiver Unterstützung der belgischen Regierung, der Unternehmerschaft und der Kirche. 1885 trafen die Großmächte Vereinbarungen über ihre jeweilige Einflusssphäre in Afrika und erkannten Leopold II. als Souverän des Kongo-Freistaats an.
Für Leopold II. und seine Mitarbeiter war der Kongo eine Investition, die sich rentieren musste. Die steigende Nachfrage nach Kautschuk ab den 1890er-Jahren machte den Kongo zu einer reichen Einkommensquelle. Um die Gewinne zu maximieren, wurden Kongolesen zur Kautschukernte gezwungen. Das ging mit Grausamkeiten in großem Stil einher, die international viel Kritik ernteten. Das gewalttätige Regime Leopolds II. führte zusammen mit der Schlafkrankheitsepidemie zu einem starken Bevölkerungsschwund. 1908 übernahm der belgische Staat die Macht und der Kongo wurde eine belgische Kolonie.
In Belgisch-Kongo waren höchstens einige zehntausend belgische Beamte, Betriebsleiter und Missionare aktiv. Um die Kolonie zu verwalten, auszubeuten und zu bekehren, bedienten sie sich großer Gruppen kongolesischer Untergebener wie Schreibkräfte, Hilfspfleger, Katechisten oder Soldaten. Kongolesen, die wie Paul Panda Farnana eine höhere Funktion bekleiden durften, waren die Ausnahme.
Auch nach der Übernahme durch den belgischen Staat im Jahr 1908 bedeutete Kolonisation für die Kongolesen in erster Linie Besetzung und Unterwerfung: erzwungene Steuern und Zwangsarbeit in den Kupferminen, beim Straßenbau oder in den Plantagen. Repression ließ sie nicht aus der Reihe tanzen. Die Gewinne gingen an eine kleine Gruppe belgischer Unternehmer. Antwerpen und Brüssel waren Drehscheiben im kolonialen Handel.
Focuspunten
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Kinderen van de Kolonie
Bron: VRT-archief en Koninklijk Museum voor Midden-Afrika – 1 jan 2019
Kinderen van de kolonie
Bron: VRT-archief en Koninklijk Museum voor Midden-Afrika – 27 nov 2018
Sachbuch
Congo 1885-1960. Een financieel-economische geschiedenis
Epo, 2007.
De moord op Lumumba
Van Halewyck, 1999.
De teloorgang van een modelkolonie. Belgisch Congo 1958-1960
Acco, 2008.
Congo 1876-1914. Veroverd, bezet, gekoloniseerd
Sterck & De Vreese, 2020.
Death in the Congo. Murdering Patrice Lumumba
Harvard, 2015.
Koloniaal Congo. Een geschiedenis in vragen
Polis, 2020.
De geest van koning Leopold II en de plundering van de Congo
Meulenhoff, 2020.
Een verzwegen leven: onze Congolese geschiedenis in België
Uitgeverij Vrijdag, 2023.
Zwarte bladzijden. Afro-Belgische reflecties op Vlaamse (post)koloniale literatuur
De Geus, 2021.
Knack Historia, Congo. Meer dan een kolonie
2018.
Dochter van de dekolonisatie
Epo, 2020.
De mislukking van de beschavingsmissie. Het Nederlandstalige Congoproza van 1960 tot 2020
Gramadoelas, 2021.
Koloniseren om te beschaven. Het Nederlandstalige Congoproza van 1596 tot 1960
Gramadoelas, 2021.
Congo. Een geschiedenis
De Bezige Bij, 2021.
Congo. De impact van de kolonie op België
Lannoo, 2007.
Fiktionales
De kleuren zijn weg. Een verhaal over Congo
Clavis, 2010. (12+)
Hart der duisternis
L.J.Veen Klassiek, 2021.
Yaka mama
Davidsfonds, 2002. (12+)
Kimia in het hart van Congo. Een verhaal over het koloniale verleden van België
Lannoo, 2026. (9+)
Ik ben de jachtluipaard: een roman over Belgisch Congo
Clavis, 2021. (12+)
Kongokorset
Vrijdag, 2019.
De mensengenezer: roman
De Bezige Bij, 2018.
Kongo, de duistere reis van Józef Teodor Konrad Korzeniowski
Scratch, 2014.
Congo blues: roman
Cossee, 2017.
Tropenwee
Standaard Uitgeverij, 2023.
Vuurvader
Standaard Uitgeverij, 2022.
Zoon in Congo: zoektocht naar een vader
Lannoo, 2015.
Het land dat nooit was: een tegenfeitelijke geschiedenis van België
De Bezige Bij, 2015.
Oproer in Kongo
Manteau, 1990.
Comics
Paul Panda Farnana. Een vergeten leven
Africalia, 2014.
Congo 50
Africalia, 2010.
Lumumba. Een mens. Een geschiedenis. Een bestemming
Congodorpen, 2022.
Africa Dreams
Casterman, 2021. (reeks van stripalbums)
Imelda en de beelden van Mabinge
Koninklijke Heemkundige Kring Sint-Hubertus Tervuren, 2015.
Katanga
Dargaud, 2023.
Les jardins du Congo
Boite à bulles, 2013.
Leopoldstad 60
Anspach, 2019.