Karel de Grote.

Albrecht Dürer, Karl der Große, 1513. | Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Wikimedia Commons

Macht & Widerstand
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Um 747 - 814
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Karl der Große

Die Franken

Am Weihnachtstag des Jahres 800 krönte Papst Leo III. in Rom den fränkischen König Karl den Großen zum Kaiser. Für Karl hatte diese Zeremonie in der Alten Sankt-Peters-Basilika einen hohen symbolischen Wert. Der Herrscher betrachtete sich nämlich als den Erben der weströmischen Kaiser.

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Karl der Große, ein Edelmann aus einer Familie mit Wurzeln im Maastal, wurde 771 zum Alleinherrscher über das Fränkische Reich. Durch Kriegszüge erweiterte er sein Reich, bis es einen Großteil von West- und Mitteleuropa umfasste. Dieses ausgedehnte Gebiet versuchte er so gut wie möglich zu organisieren. Es war unterteilt in Gaue mit einem Gaugrafen an der Spitze. Kaiserliche Inspektoren kamen regelmäßig vorbei und kontrollierten die Grafen. Karl der Große stimulierte die Entwicklung von Kunst und Wissenschaft. Er ließ Schulen gründen, lud Gelehrte an seinen Hof und förderte das intellektuelle Leben in Abteien. Historiker beschrieben seine Regierungszeit viel später als die Karolingische RenaissanceWiedergeburt der klassischen Antike, anfangs nur für das 15.-16. Jahrhundert verwendeter Begriff .

<p>Diese kleine Skulptur Karls des Großen zu Pferd wurde von dem Reiterstandbild Marc Aurels auf dem Kapitol in Rom inspiriert. Sie macht deutlich, dass sich der fränkische Fürst in einer Linie mit den römischen Kaisern sieht.</p>

Paris, Musée du Louvre

Diese kleine Skulptur Karls des Großen zu Pferd wurde von dem Reiterstandbild Marc Aurels auf dem Kapitol in Rom inspiriert. Sie macht deutlich, dass sich der fränkische Fürst in einer Linie mit den römischen Kaisern sieht.

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Die Franken

Schon im 3. Jahrhundert zogen germanische Stämme über die Rheingrenze ins Römische Reich. Meistens als ungebetene Gäste, aber manchmal gaben die Römer den Neuankömmlingen bewusst einen festen Wohnort innerhalb des Reichs und machten sie zu ihren militärischen Verbündeten. Das Reich unternahm im 4. Jahrhundert außerdem oft selbst Kampagnen über den Rhein, um solche Gruppen mit harter Hand in das heutige Flandern und das heutige Frankreich zu deportieren, wo sie als Bauern oder Militärs eingesetzt wurden.

Unter ihnen befanden sich die Franken, ein Verband kulturell eng miteinander verbundener germanischer Stämme wie der Salier und Chattuarier. Ab dem 5. Jahrhundert erlangten sie mehr Einfluss im Nordwesten des Reichs und übernahmen dort die Macht von den Römern. Währenddessen verschmolzen die Franken und die lokale gallorömische Bevölkerung miteinander. Um 460 zogen sie weiter nach Süden, wo sie ihre Macht allmählich über das heutige Frankreich ausdehnten.

Starke fränkische Könige wie Chlodwig I. und Dagobert I. dehnten ihr Gebiet aus, aber um 700 wurden die Herrscher dieser „merowingischen“benannt nach König Merowech, ihrem angeblichen Gründer Dynastie schwächer. Die reale Macht gelangte in die Hände ihrer Hausmeier, Amtsträger, die ihre Besitztümer verwalteten. Zuletzt übernahmen die Hausmeier auch förmlich die Macht. Sie bildeten die Dynastie der Karolinger, mit Karl dem Großen als deren wichtigstem Vertreter.

Fokuspunkte

Wien, Österreichische Nationalbibliothek, col. 2706, f304

Miniatur der Heiligen Katharina bei der Gravensteen-Burg in Gent, von Simon Bening und dessen Werkstatt, 1517-1523. Es handelt sich um eine der ältesten Darstellungen des Gravensteen, ab Ende des 12. Jahrhunderts bis Mitte des 14. Jahrhunderts die Residenz der Grafen von Flandern.

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Pagus Flandrensis, vom Flanderngau zur Grafschaft Flandern

Karl der Große hatte sich bemüht, sein ausgedehntes Herrschaftsgebiet durch Inspektionen, Gesetze und eine gemeinsame Währung zu einen. Aber die fränkischen Herrscher besaßen die Angewohnheit, ihr Reich unter ihren Söhnen aufzuteilen. Karl selbst hatte nur einen überlebenden Sohn, doch dessen drei Söhne forderten jeder für sich einen Teil der Macht. Die Aufspaltung des Reiches in drei Teile wurde 843 durch den Vertrag von Verdun festgelegt. Die Schelde bildete die Grenze zwischen dem westlichen und dem mittleren Teil.

Die einzelnen Königreiche behielten das System der Gaue bei. Zunächst waren die Gaugrafen königliche Beamte, aber schon bald schworen sie Treue gegenüber ihrem König und Lehnsherrn und versprachen ihm militärischen Beistand im Tausch für das Gebiet, das sie als Lehnsmänner lenken durften. Die Beziehung zwischen Gaugrafen und König wurde somit viel persönlicher als bei einem Beamten. Ihr Titel ging vom Vater auf den Sohn über. Dieses System gegenseitiger Treue bildete die Grundlage dessen, was Historiker als „Feudalismus“ bezeichnen.

Einer dieser Gaue war der Pagus Flandrensis, anfangs die küstennahe Region um Oudenburg und Brügge. Der Begriff taucht erstmals um 600 auf und ist womöglich von flauma abgeleitet, einem rekonstruierten germanischen Wort, das etwas wie „Sumpf“ oder „überströmtes Gebiet“ bedeutet. Die Flandrenses, ursprünglich nur die Küstenflamen, waren also „die Menschen aus den sumpfigen Gebieten“. Später kamen die Regionen um Kortrijk und Gent hinzu, und die Grafschaft Flandern entstand. Östlich der Schelde entwickelten sich in vergleichbarer Weise andere Fürstentümer wie das Herzogtum Brabant und die Grafschaft Loon.

In den Gauen herrschte eine kleine Elite, die alle wirtschaftliche und militärische Macht besaß: der Adel. Die gewöhnlichen Menschen wurden immer unfreier, manchmal im Tausch gegen Schutz. Sie mussten einen großen Teil ihrer Ernte abgeben und umsonst auf dem Land der adeligen Herren arbeiten. Ab dem 12. Jahrhundert verschwand diese Leibeigenschaft allmählich in Nordwesteuropa.

Ruïnes Sint-Baafsabdij.

Gent, Historische Huizen

Die Ruine der St.-Bavo-Abtei in Gent, vermutlich vom Missionar Amandus im 7. Jahrhundert gegründet.

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Die Verbreitung des Christentums

Der christliche Glaube wurde in Nordwesteuropa von römischen Soldaten als eine der vielen orientalischen Religionen eingeführt, die sie importierten. Die lokale Bevölkerung glaubte jedoch noch lange Zeit an ihre eigenen Götter und religiösen Erzählungen. Eine Bekehrung im größeren Maßstab erfolgte ab dem 7. Jahrhundert durch umherreisende Missionare wie Eligius, Amandus und Willibrord. Sie ersetzten heidnische Heiligtümer durch christliche, gründeten überall Gebetsstätten und auch die ersten Abteien. Zum 8. Jahrhundert hin waren die meisten Menschen in den Südlichen Niederlanden zum Christentum bekehrt.

Wichtige Abteien nach 800 waren unter anderem Sankt Peter und Sankt Bavo in Gent und die Abtei von Lobbes (Laubach) im heutigen Hennegau. Solch große Abteien waren zu dieser Zeit die einzigen intellektuellen Zentren, in denen die Schreib- und Lesekultur lebendig blieb und das Wissen der klassischen Antike in Teilen bewahrt und weitergegeben wurde. Viel von diesem klassischen Wissen ging dennoch in Westeuropa verloren und sollte Jahrhunderte später dank arabischer Gelehrter zum Teil zurückkehren.

Abteien waren ebenso Zentren von Macht und Grundbesitz. Manche nannten tausende Hektar Land ihr Eigen. Meistens wurden sie von Äbten geleitet, die dem karolingischen Adel entstammten. Die Abteien hatten im 9. Jahrhundert schwer unter den Überfällen der Normannen zu leiden, blieben das ganze Mittelalter hindurch jedoch wichtige wirtschaftliche und kulturelle Akteure.

Bijen Childerik.
Gallica

Goldene Bienen vom Grab des Childerik. Der fränkische König Childerik (436-um 481) dehnte sein Reich bis an die Seine aus. Sein Grab wurde 1653, unweit der Kirche St. Brictxius von Doornik entdeckt, gemeinsam mit einem großen Goldschatz.

Paris, Nationalbibliothek Frankreich

Goldmünzen mit der Abbildung des fränkischen Königs Dagobert I (605-639).

Heidelberg, Universitätsbibliothek, Cod. SAL. IXb, fol. 74v, um 980

Die Karolingische Minuskel ist ein gut leserlicher Schrifttyp, der mehrere Jahrhunderte lang in Europa Standard war. Sie bildet heute noch die Grundlage für unsere zeitgenössischen Druckbuchstaben.

Philippe Lagae

Der Schrein des Heiligen Amandus (19. Jahrhundert) mit Reliquien in der St.-Eligius-Kirche in Kortrijk. Von Missionaren wie Amandus, nach dem viele Plätze und Kirchen benannt sind, werden vielerorts Reliquien aufbewahrt.

www.karlspreis.de

Die deutsche Stadt Aachen vergibt jedes Jahr den Internationale Karlspreis an eine Person, die sich um die Europäische Einigung verdient gemacht hat. Aufgrund des Umfangs seines Reiches sowie Karls Bedeutung für die europäische Geschichte sehen manche in ihm den „Vater Europas“.

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Bauer Raoul
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De Maesschalck Edward
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Nieuw Amsterdam, 2014. 

Harrison Dick
De volksverhuizingen: de geschiedenis van West-Europa, 375-800

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Lambert Véronique
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Macdonald Fiona
De wereld in de tijd van Karel de Grote

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Nicholas David
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Trouillez Pierre
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Van Der Tuuk Luit
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Van Der Tuuk Luit en Mijderwijk Leon
De middeleeuwers: mannen en vrouwen uit de Lage Landen, 450-900

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Verhaeghen Marc
Suske en Wiske. De pottenproever (nr. 209)

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