Eerste homohuwelijk

Die erste Homoehe wurde am 6. Juni 2003 in Kapellen geschlossen. | privécollectie Privatsammlung Marion Huibrechts

Sinngebung & Weltanschauung
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2003
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Die Homoehe

LesBiSchwule, von der Diskriminierung zur Emanzipation

Sie schrieben Geschichte mit einem schlichten Jawort. Am 6. Juni 2003 heirateten in Kapellen zwei Bräute. Es war die erste Hochzeit zweier Lesben in Belgien. Eine Woche später heirateten erstmals zwei Männer.

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Belgien war damit nach den Niederlanden das zweite Land der Welt, in dem Menschen des gleichen Geschlechts heiraten konnten. Für die Bewegung der LesBiSchwulen war das ein wichtiger Durchbruch. Seitens der Politik und der Presse gab es nur mehr wenig Widerstand.

In den darauffolgenden Jahren unternahmen die Regierungen in Belgien noch mehr Schritte in Bezug auf die Rechte der LGBTI+-Gemeinschaftenglische Abkürzung für: lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, nicht-binär sowie alle Menschen, die nicht heterosexuell sind . Seit 2006 können gleichgeschlechtliche Paare Kinder adoptieren. 2006 und abermals 2018 wurde es leichter für Transgender-Personen, ihre offizielle Geschlechtsregistrierung anzugleichen. Heute gibt es die Homoehe in den meisten Ländern der Europäischen Union. Weltweit werden Menschen jedoch immer noch aufgrund ihrer Veranlagung oder Genderidentitätdas Maß, in dem sich eine Person als Mann, Frau, beides oder keines von beiden fühlt diskriminiertAusgrenzung oder Benachteiligung von Personen aufgrund ihres sozialen Status, des Geschlechts oder Glaubens oder sogar verfolgt.

<p>Im Jahr 2000 eröffnete auf dem Draakplaats in Antwerpen Het Roze Huis (Das Rosa Haus). Auf Landesebene spielte es in mehreren Bereichen eine Vorreiterrolle, z.B. mit Initiativen für bestimmte Zielgruppen (ältere Menchen, neue Flamen …) und in puncto internationaler Solidarität.</p>

Wikimedia Commons

Im Jahr 2000 eröffnete auf dem Draakplaats in Antwerpen Het Roze Huis (Das Rosa Haus). Auf Landesebene spielte es in mehreren Bereichen eine Vorreiterrolle, z.B. mit Initiativen für bestimmte Zielgruppen (ältere Menchen, neue Flamen …) und in puncto internationaler Solidarität.

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LesBiSchwule, von der Diskriminierung zur Emanzipation

Der Kampf um die Rechte für LesBiSchwule in Belgien und Flandern kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg so recht in Gang. Das Thema wurde zum Gegenstand einer gesellschaftlichen Debatte, als das belgische Parlament 1965 ein neues Jugendschutzgesetz verabschiedete. Das Gesetz erlaubte Heterosex für Minderjährige ab 16 Jahre, aber verbot homosexuelle Handlungen bis 18 Jahre.

Nicht nur gesetzlich, sondern auch im täglichen Leben wurden LesBiSchwule damals diskriminiert. Ein in einer schwulen Beziehung lebender Lehrer riskierte zum Beispiel seine Entlassung. Aber das Gesetz von 1965 kurbelte auch die Debatte an. Homosexualität erschien erstmals als Thema in den Medien, unter anderem in Fernsehsendungen. Schwule und Lesben gingen auf die Straße und protestierten. 1985 wurde der strittige Gesetzesparagraf zwar abgeschafft, aber damit war die Diskriminierung noch nicht beendet. Die Ausbreitung der damals noch unbekannten Krankheit AIDS Anfang der 1980er-Jahre fachte die Stigmatisierung abermals an.

Seit Mitte der 1990er-Jahre trat ein Umschwung ein. Die Flämische Regierung bezog LesBiSchwule in ihre Gleichberechtigungspolitik mit ein und gab Organisationen aus dem gesellschaftlichen Mittelfeld sowie Akademikern eine Stimme. In den Jahren danach sorgte die belgische Regierung für einige entscheidende Gesetzesreformen. Das führte 1998 zu einer Regelung über eingetragene Partnerschaften und 2003 zur Öffnung der Ehe für Menschen des gleichen Geschlechts. Neue Gesetze bestrafen Diskriminierung aufgrund der sexuellen Veranlagung, seit 2013 auch aufgrund von Genderidentität. Trotz der gesetzlichen Gleichstellung sehen sich LGBTI+-Personen jedoch auch weiter mit Diskriminierung und Homophobie konfrontiert.

Fokuspunkte

Brandstapel 1578.

Amsterdam, Rijksmuseum, RP-P-OB-78.784-179

Stich von Frans Hogenberg, 1578-1580. In Brügge, unter calvinistischer Herrschaft, fand 1578 ein aufsehenerregender Sodomieprozess gegen eine Gruppe katholischer Mönche statt. Zwölf von ihnen wurden aus der Stadt verbannt, fünf gefoltert und drei zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt.

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Sodomie, eine biblische Sünde

Die Vorstellung, dass es so etwas wie eine „sexuelle Veranlagung“ gibt und diese nicht für alle gleich ist, entstand im 19. Jahrhundert und wurde erst im Lauf des 20. Jahrhunderts akzeptiert. Jahrhundertelang wurde ganz anders über Sexualität gedacht. Die einzige Funktion von Sex aus einem religiösen und juristischen Standpunkt war die Fortpflanzung und nicht der Genuss. Sündige, verbotene sexuelle Handlungen wurden als Sodomienach den biblischen Städten Sodom und Gomorra benannt, die wegen ihres sündigen Verhaltens von Gott mit Zerstörung bestraft wurden gebrandmarkt. Nicht nur Homosexualität, sondern auch Masturbation und Kindesmissbrauch fielen darunter.

Sodomie wurde im Mittelalter streng bestraft. So wurde 1292 der Messermacher Jean de Wettre „wegen unnatürlicher Lust mit einem gewissen Mann“ auf dem Blandijnberg in Gent lebendig verbrannt. Soweit bekannt, ist es die erste Bestrafung wegen Sodomie in der Region, die heute Flandern ist. Andere Strafen waren Verbannung oder Auspeitschung. In den Südlichen Niederlanden fanden zwischen 1400 und 1700 über zweihundert Prozesse statt, bei denen 406 Männer und Frauen beschuldigt wurden. 252 von ihnen bezahlten dies mit ihrem Leben. Das ist sehr viel im Vergleich zu anderen Gebieten in Europa.

Seit dem 18. Jahrhundert, in der Zeit der Aufklärung, verhängten die Autoritäten diskretere Strafen wie Inhaftierung oder Verbannung. 1791 strichen die französischen Revolutionäre Sex zwischen Menschen des gleichen Geschlechts aus dem Strafrecht. Die öffentliche Verletzung der Sittlichkeit war jedoch noch strafbar. Die Dehnbarkeit dieses Begriffs zwang Homosexuelle noch lange Zeit, ihre Beziehungen verborgen zu halten.

Suzan Daniel.

Gent, Fonds Suzan Daniel

Suzanne De Pues (1918-2007), Pseudonym für Suzan Daniel, war die Vorreiterin des ersten Homosexuellenvereins in Belgien.

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LesBiSchwule Pioniere

Die Geschichte der lesbischwulen Bewegung(en) in Flandern war von Aufs und Abs gekennzeichnet. Der erste Verein für Schwule und Lesben entstand in den 1950er-Jahren in Brüssel. Einzigartig in Europa war, dass er von einer Frau gegründet wurde, Suzan Daniel. Nicht alle waren mit ihrem militanten Ansatz einverstanden. Kurz darauf gründeten Männer das „Kultur- und Entspannungszentrum“, das sich mehr der Freizeitgestaltung zuwandte. 1961 gab es eine flämische Abteilung in dem Antwerpener Stadtteil Zurenborg.

In den 1970er-Jahren manifestierte sich die lesbischwule Bewegung als eine neue soziale Bewegung. Die Federatie Werkgroepen Homofilie („Bund Arbeitsgruppen Homophilie“) versuchte, als übergreifendes Sprachrohr zu fungieren. Andere Gruppen wie die linken Rooie Vlinder („Roter Falter“), 1978 die Initiatoren des ersten „Schwulentags“ in Gent, waren radikaler. Ebenfalls in den 1970er-Jahren erschienen die ersten Vereine für Lesben wie Sappho in Gent und Atthis in Antwerpen.

Nach einer Zeit der Zersplitterung fand die Bewegung in den 1990er Jahren zu neuer Kraft. In Antwerpen wurde 1990 der erste Schwulen- und Lesbentag veranstaltet und sechs Jahre später in Brüssel der erste Roze Zaterdag („Rosa Samstag“, der Vorläufer des Belgian Pride). Die verschiedenen Organisationen kämpften jetzt zusammen für gleiche Rechte und hatten dadurch mehr Gewicht in der politischen Entscheidungsfindung.

Seit 2010 haben sich viele dutzend Vereine und fünf Regenbogenhäuser unter Çavaria zusammengeschlossen, einer Dachorganisation, die sich für die Rechte und das Wohlergehen von LGBTI+-Personen in Flandern und Brüssel einsetzt.

Colard Mansion, ‘Dood van Orpheus’. (In: Metamorfosen van Ovidius, Brugge, 1484.) Middeleeuwse afbeeldingen van mannelijke intimiteit zijn zeldzaam. Hier wordt de mythologische held Orpheus gestenigd omdat hij, na de dood van zijn geliefde Eurydice, voor de mannenliefde koos.
Paris, Nationalbibliothek Frankreich, ark:/12148/bpt6k8523959

Colard Mansion, „Dood van Orpheus“.  (In: Metamorfosen van Ovidius, Brugge, 1484). Mittelalterliche Darstellungen männlicher Intimität gibt es selten. Hier wird der mythologische Held Orpheus gesteinigt, weil er sich, nach dem Tod seiner Geliebten Eurydike für die Männerliebe entschied.

James Ensor, De baden van Oostende, 1890. Ensor alludeerde in zijn strandpanorama ook op het beruchte erotische standje soixante-neuf (69) en lijkt te spotten met de preutsheid van toen door twee mannelijke pootjesbaders met elkaar te laten zoenen.
Ostende, Mu.ZEE

James Ensor, Die Bäder von Ostende, 1890. Ensor spielte in seinem Strandpanorama auch auf die berüchtigte erotische Stellung 69 an. Offenbar macht er sich lustig über die damalige Prüderie, da er zwei männliche Badegäste malt, die sich küssen.

Wielrenster Elvire De Bruyn (1914-1989) uit Erembodegem bij Aalst, wereldkampioene wielrennen bij de vrouwen in 1934 en 1936, veranderde in 1937 van geslacht en werd toen Willy De Bruyn.
Gent, Stiftung Suzan Daniel

Radrennfahrerin Elvire De Bruyn (1914-1989) aus Erembodegem bei Aalst, Weltmeisterin im Radrennen der Frauen in den Jahren 1934 und 1936, änderte 1937 das Geschlecht und wurde Willy De Bruyn.

Das bekannteste Lied des Genter Sängers Will Ferdy (Künstlername von Werner Ferdinande, 1927-2022) ist nach wie vor „Christine“. Scheinbar einer Frau gewidmet, handelte das Stück in Wirklichkeit von Ferdys gescheiterter Beziehung zu einem männlichen Geliebten. Will Ferdy outete sich 1970 als erster sogenannter Bekannter Flame im Radio und Fernsehen als homosexuell. Sein Bekenntnis war besonders mutig, viele fühlten sich dadurch bestärkt, denselben Schritt zu wagen.

Gespreksavond Diest.
Gent, Amsab-ISG, af007318

Plakat des Humanistischen Verbandes für einen Diskussionsabend zum Thema Homosexualität in Diest, 1982.

Yasmine.
Filip Naudts/Photo News, 10169651-001

Hilde Rens (1972-2009), bekannt unter ihrem Künstlernamen Yasmine, war eine der ersten Bekannten Flamen, die in der Öffentlichkeit zu ihrer lesbischen Orientierung stand. Songs wie „Diep in mij“ (1995) oder „Porselein“ (1997) waren sehr erfolgreich. Ihr plötzlicher Tod im Jahr 2009 löste viele Reaktionen aus.

Erfahren Sie mehr über dieses Thema

Homo Paula Semer
Histories – De historie van de Holebi

Bron: VRT-archief – 2 dec 2004

Homohuwelijk
Histories – De historie van de Holebi

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Homoseksualiteit 1
Diagnose van het anders-zijn

Bron: VRT-archief – 1 dec 1966

Homoseksualiteit 2
Diagnose van het anders-zijn

Bron: VRT-archief – 1 dec 1966

Willy
Meer vrouw op straat – Brussel

Bron: VRT-archief, De chinezen – 10 maart 2020

De Rooie Vlinder
Histories – De historie van de Holebi

Bron: VRT-archief, archief Het Vrije Woord – 2 dec 2004

Will Ferdy
Inspraak 70

Bron: VRT-archief – 4 dec 1970

Sachbuch


De kleur van de stad maakt mijn ziel amoureus. Een LGBTQ-stadskroniek van Antwerpen

Kartonnen Dozen, 2021. 

Van alle tijden, in alle culturen: wereldgeschiedenis van de homoseksualiteit

Nieuw Amsterdam, 2006. 

Asselbergs Linda & Van Tongerloo Corinne
Casablanca voorbij. Het bewogen levensverhaal van Corinne Van Tongerloo

Kartonnen Dozen, 2017. 

Borghs Paul
Holebipioniers een geschiedenis van de holebi- en transgenderbeweging in Vlaanderen

EPO, 2015. 

David Ann & Meyntjens Mips
Oud is out. Ervaringen van lesbische en biseksuele vrouwen, geboren voor 1945

Uitgeverij ’t Verschil, 2019. 

Dupont Wannes, Hofman Elwin & Roelens Jonas
Verzwegen verlangen. Een geschiedenis van homoseksualiteit in België

Uitgeverij Vrijdag, 2017. 

Janzing Jolien
Mannenliefde: tien liefdesverhalen

Lannoo, 2009. (16+)

Moens Filip
De Lage Landen uit de kast: pink power en popmuziek

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Peumans Wim
Habibi. Het lief en leed van lgbt-moslims

Uitgeverij Vrijdag, 2021. 

Roelens Jonas
De onuitspreekbare zonde. Sodomie in de Zuidelijke Nederlanden (1400-1700)

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Trommelmans Wim
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Steam en Van Halewyck, 2006. 

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Das Mag, 2019. 

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