Auf der 5-Euro-Banknote ist eine symbolische Brücke abgebildet. Der Euro überbrückt die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. | iStock
Der Euro
Die europäische Integration
An Neujahr 2002, kurz nach Mitternacht, bildeten sich lange Schlangen an Geldautomaten überall im Land. Zum ersten Mal konnten Eurobanknoten abgehoben werden. Viele Menschen wollten Zeugen dieses historischen Augenblicks sein.
Die Einführung des Euro war eher ein ehrgeiziges politisches Projekt als eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Es war eine klare Entscheidung für „mehr Europa“, nachdem der Kalte Krieg 1991 beendet worden war. Bundeskanzler Helmut Kohl gab damals die starke D-Mark für eine europäische Einheitswährung auf. Im Gegenzug widersetzte sich der französische Präsident François Mitterrand nicht länger der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland.
1992 unterzeichneten die zwölf Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaften den Vertrag von Maastricht. Damit gründeten sie die Europäische Union und stellten zugleich die Einführung des Euro in Aussicht. 2002 verschwanden die nationalen Währungen wie der belgische Franc. Der Euro wurde so zum Symbol der europäischen Integration. Heute gehören 20 der 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zur Eurozone.
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Die Unterzeichnung des Vertrags von Rom in den Kapitolinischen Museen am 25. März 1957. Außenminister Paul-Henri Spaak (erste Reihe, vorne) vertritt Belgien.
Die europäische Integration
Die westeuropäische Integration hatte als ein Friedensprojekt auf den Trümmern des Zweiten Weltkriegs angefangen. Auch Belgien verspürte als kleines Land sehr die Notwendigkeit von mehr Zusammenarbeit in Europa. Diese sollte durch eine geteilte Geschichte und geteilte Werte ermöglicht werden.
Belgien unterstützte darum sofort die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) im Jahr 1951. Zusammen mit den Niederlanden, Luxemburg, Frankreich, Italien und Westdeutschland wollte Belgien supranationale Vereinbarungen für die Schwerindustrie treffen. Dafür gaben die sechs Länder einen Teil ihrer nationalen Befugnisse ab. Selbstverständlich war das nicht. Kohle und Stahl waren als Rohstoffe nämlich strategisch wichtig für das nationale Interesse und die nationale Sicherheit.
1957 gingen die sechs Gründungsländer der EGKS einen Schritt weiter in ihrer wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Mit dem Vertrag von Rom gründeten sie die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Die EWG war eine Zollunion, die schrittweise realisiert werden und in eine große Freihandelszone münden sollte. 1967 fusionierte die EWG mit der EGKS und Euratom zu den Europäische Gemeinschaften unter der Leitung einer Europäischen Kommission und eines Ministerrats. Die Zollunion entwickelte sich zu einem Einheitsmarkt auf der Grundlage des Prinzips des freien Verkehrs von Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital. Diese Entwicklungen trug zur Deregulierung der Finanzmärkte, zu erzwungenen Privatisierungen und dem Abbau des öffentlichen Sektors bei. Erst später sollte der Ruf nach einem „sozialen Europa“ lauter zu hören sein.
1989-1991 kam der Kalte Krieg zwischen dem Westen unter der Führung der Vereinigten Staaten von Amerika und der kommunistischen Welt unter Führung der Sowjetunion an sein Ende. Der Fall der Berliner Mauerdie Mauer zwischen Ost- und Westberlin, 1961 vom kommunistischen Regime der DDR im Rahmen des Kalten Krieges errichtet, um die Flucht von Einwohnern in den Westen zu verhindern im Jahr 1989 führte ein Jahr später zur Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands. Infolgedessen nahm auch die europäische Integration eine neue Wendung. Aus den Europäischen Gemeinschaften wurde die Europäische Union. Allmählich nahm auch die Zahl der Mitgliedstaaten zu.
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