Ein anonymer Maler zeigt den Brüsseler Grote Markt während schwerer Bombardierungen durch das französische Heer in der Nacht vom 13. auf den 14. August 1695. | Brüssel, Brüsseler Stadtmuseum
Die Bombardierung von Brüssel
Kriege in den Spanisch-Habsburgischen Niederlanden
Vom 13. bis 15. August 1695 beschoss die französische Armee die Stadt Brüssel ununterbrochen mit Kanonen und Mörsern. Der militärische Nutzen der Aktion war nebensächlich, Terror zu verbreiten die eigentliche Absicht. Weil die Bombardierung zuvor angekündigt worden war, blieb die Zahl der Opfer begrenzt. Aber die Unterstadt ging in Flammen auf, Tausende von Häusern wurden zerstört und viele Kunstschätze gingen verloren.
Frankreich stand schon seit 1688 im Konflikt mit einem Bündnis, das aus dem deutschen Kaiserreich, der Republikso hießen die nördlichen Niederlande bis 1795 , England und dem spanischen Reich bestand. Eingeklemmt zwischen diesen Großmächten wurden die Südlichen Niederlande zur Bühne, auf der der sich hinziehende Krieg zu bedeutenden Teilen ausgefochten wurde. Mit der Beschießung von Brüssel im Jahr 1695 wollte die französische Armee ihre Gegner von der Zitadelle von Namur weglocken, die kurz davor war zu fallen. Das gelang ihnen jedoch nicht. Die Zerstörung von Brüssel, einem zivilen Ziel, erwies sich als völlig sinnlos. Die internationale Empörung war groß. Aus der Asche des zusammengeschossenen Brüssel sollte sich dann jedoch der monumentale Große Markt erheben, der mittlerweile zum UNESCO-Welterbe gehört.
Antwerpen, KMSKA – www.artinflanders.be – Foto Rik Klein Gotink
Maximiliaen Pauwels, Die Verkündung des Friedens von Münster auf dem Grand-Place von Antwerpen im Jahr 1648, 1649.
Kriege in den Spanisch-Habsburgischen Niederlanden
Seit 1506 gehörten die Niederlande zum Reich der spanischen Habsburger. Als Holland und andere nördliche Regionen sich losrissen und am Ende des 16. Jahrhunderts eine eigene Republik bildeten, wollte Spanien sich damit nicht einfach abfinden. Ein militärischer Konflikt war die Folge, und das bekamen die Südlichen Niederlande zu spüren. So fielen 1635 die Truppen der Republik und die französische Armee in die Südlichen Niederlande ein. Sie wollten Spanien aus dem Feld schlagen und das Gebiet unter sich aufteilen. 1648 schlossen die Republik und Spanien endlich Frieden. Damit fand der so genannte Achtzigjährige Krieg ein Ende. Die Grenze, die damals in dem als Frieden von Münster bezeichneten Vertrag festgelegt wurde, entspricht noch immer mehr oder weniger der heutigen belgisch-niederländischen Grenze.
Dennoch kam es nicht zu einer dauerhaften Periode des Friedens in den Südlichen Niederlanden. Nach 1648 gab es fortwährend Spannungen zwischen Spanien und Frankreich. 1661 kam König Ludwig XIV. von Frankreich an die Macht, der in mehreren aufeinanderfolgenden Kriegen große Teile des Territoriums der Spanische Niederlande an sich zu reißen wusste. Tragischer Tiefpunkt war die mutwillige Zerstörung von Brüssel durch die Franzosen. Die neue Grenze, die durch diese Kriege mit Frankreich entstand, deckt sich großenteils mit dem heutigen belgisch-französischen Grenzverlauf.
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