Die Pille
Sexuelle Revolution und Frauenrechte
Durch die Erfindung zuverlässiger Verhütungsmittel wie der Pille konnten Menschen seit den 1960er-Jahren eine Schwangerschaft wirksam verhindern. Das läutete nicht nur eine sexuelle Revolution ein, sondern trug auch zur gesellschaftlichen Emanzipation der Frau bei. Bei der Entwicklung der Pille spielte der Gynäkologe Ferdinand Peeters eine wichtige Rolle.
Bis in die 1960er-Jahre gab es wenig Möglichkeiten der Empfängnisverhütung. Paare suchten ihre Zuflucht in periodischer Enthaltsamkeiteine Verhütungsmethode, bei der der Geschlechtsverkehr auf die unfruchtbare Phase der Frau beschränkt wird oder dem Coitus Interruptusvor der Ejakulation den Penis aus der Vagina zurückziehen , zwei wenig zuverlässigen Methoden. Weniger verbreitet waren das Kondom und das Pessareine Kappe oder ein Ring, der den Gebärmutterhals verschließt und Spermien zurückhält . Außerdem waren seit 1922 Werbung für Verhütungsmittel und Informationen über ihren Gebrauch in Belgien verboten. Alles, was mit Sex zu tun hatte, war für viele tabu. Die 1960er-Jahre brachten hier große Veränderungen. Die Erfindung der Pille gestatte es den Frauen, ihre Fruchtbarkeit auf zuverlässige Weise selbst zu regeln.
Gent, Amsab-ISG, fo034724
Der feministische Verein Dolle Mina, hier bei einer Besprechung im Jahr 1978, war in den 1970er Jahren in Antwerpen, Gent, Löwen, Ostende und Brüssel aktiv. Schlüsselfiguren waren Roos Proesmans (1943-2002) und Nadine Crappé (1935-1999).
Sexuelle Revolution und Frauenrechte
Sich entscheiden zu können, ob, wann und wie viele Kinder man bekommen will, machte Frauen unabhängiger und vergrößerte ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die Pille war ein entscheidender Schritt in der sexuellen Befreiung von Frauen und Männern. Dass Sex und Schwangerschaft nicht länger miteinander verbunden waren, veränderte den Umgang mit Sexualität. Die „sexuelle Revolution“ war in den 1960er-Jahren eine wichtige und recht plötzliche gesellschaftliche Veränderung. Sie war Teil einer breiteren internationalen Entwicklung, bei der Studenten, Frauen, LesBiSchwule und Farbige die etablierte Macht in Frage stellten und Rechten einforderten. Die legendäre Studentenrevolte vom Mai 1968 in Paris war ebenfalls Ausdruck dessen.
In Flandern kamen seit Ende der 1960er-Jahre sowohl die traditionellen katholischen und sozialistischen Frauenorganisationen als auch radikalere feministische Gruppen mit neuen Forderungen. Sie kämpften um Lohngleichheit, eine bezahlbare Kinderbetreuung, mehr Bildungschancen, eine stärkere Präsenz in der Politik, Änderungen in der Gesetzgebung zu Ehe, Erbrecht, Elternschaft und so weiter.
Schritt für Schritt wurde die Gesetzgebung ab den 1970er-Jahren geändert. Besonders neue Frauenorganisationen wie Dolle Mina und das Frauenberatungskomitee (heute Furia), setzten die freie Verbreitung von Verhütungsmitteln und das Recht auf Abtreibung auf die politische Agenda.
Fokuspunkte
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Sachbuch
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VUBPress, 2013.
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WPG, 1990.
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Van Halewyck, 2009.
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Abortus, het taboe nog niet voorbij?
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Steam, 2006.
De echte vader van de pil: het verhaal van de man die de vrouw bevrijdde
De Bezige Bij, 2014.
Clara
Heibrand, 2008. (Levensverhaal van Turnhoutse vroedvrouw Clara Dresselaers).
Fiktionales
De liefde van Annie Mols/Het nieuwe onkruid/Als het onkruid bloeit
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De Metsiers
Manteau, 1950.
Anovlar
Manteau, 1969. (Kortverhaal in de bundel Indian Summer).
Little black spiders
Davidsfonds, 2012. (13+)
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(2012)